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Tag 14: Grotto di Ispignoli

Donnerstag, 12.05.2005

An sich hatten wir noch ein paar weitere Touren entlang und durch Schluchten geplant, die Cala Sisine beispielsweise, aber wegen der ernüchternden Erfahrungen mit der 'Königstour', verzichteten wir dankend auf jede weitere Schlucht-Tour.

Eine nette Alternative, die auch nicht allzu stressig oder lang war, fand sich gleich - ein Abstecher zur Grotto di Ispignoli, etwa 15 Kilometer und 400 Höhenmeter entfernt (einfach). Ich finde Tropfsteinhöhlen ungemein faszinierend und diese wurde noch dazu als besonders sehenswert beschrieben.

Der Weg hinauf zum kleinen Pass
Der Weg hinauf zum kleinen Pass

Vor der Grotte mussten wir erst mal den kleinen Pass nach Dorgali bewältigen, ein kleine schmale dafür umso hübschere Strasse, die selten befahren wird. Danach ging es mehr oder weniger nur noch bergab und hinüber zur Grotte, gut ausgeschildert und leicht zu finden.

Die Grotte befindet sich in einem ziemlich kleinen und recht unscheinbaren karstigen Hügel. Kurz vor der Grotte ging es noch mal bergauf, das letzte Stück extrem steil, so dass wir heftig keuchend vor dem Kassenhäusel ankamen. Da stand, dass es jede Stunde eine Führung gäbe, das hiess, wir hätten noch eine Dreiviertelstunde bis 11 Uhr warten müssen. Die beiden Frauen an der Kasse aber sagten, es sei kein Problem, wir könnten gleich rein und auf die Räder würden sie auch achten. Fein!

Eine der Frauen machte sich auch gleich dran, uns die Geschichte der Höhle zu erzählen. Erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts entdeckte ein Hirte die Höhle, eher zufällig, als er auf der Suche nach einem verlorenen Tier war. Eine gute Weile lang wurde die Höhle als Stall benutzt, bis sie schliesslich ordentlich erforscht und erschlossen wurde. Durch eine sehr niedrige Tür betraten wir die Grotte ... und waren überwältigt!

Im Gegensatz zu anderen Höhlen, die flach sind und dafür weit in den Berg reichen, ist diese Höhle tief, über 50 Meter! Man betritt die Höhle ganz oben, direkt unter der Decke und von da sieht die Höhle aus wie eine prachtvoll ausgeleuchtete Kathedrale von einer Empore aus. Ein unglaublicher Anblick!

In der Grotto di Ispignoli
In der Grotto di Ispignoli

Nachdem wir noch ein paar Takte zur Entstehung der Höhle gehört hatten, liess uns die Frau in der Höhle allein und wir konnten nach Belieben völlig ungehindert und ganz und gar allein die Treppe in die Tiefe hinab steigen und den kleinen Rundkurs am Boden entlang laufen. Nichts anfassen und nicht fotografieren, hatte die Frau gesagt. Wir fassten nichts an, aber beim Fotografieren konnten wir uns nicht zurück halten. Zu fantastisch sieht diese Höhle aus!

In der Grotto di Ispignoli
In der Grotto di Ispignoli

In der Grotto di Ispignoli
In der Grotto di Ispignoli

Wir liessen uns viel Zeit da drin und traten den Rückweg gerade rechtzeitig an, um aus der Höhle zu kommen, bevor eine lärmende Schulklasse eingelassen wurde. Was für ein Glück, diese Grotte ganz allein und ungestört geniessen zu können!

Auf dem Rückweg spielen wir noch ein Weilchen am Pass herum (da war ein Felsen mit einem grossen Loch), als uns auf der anderen Seite des Passes 2 Gestalten im karstigen Gelände auffielen, die sich ganz deutlich nicht auf einem Wanderweg befanden. Die beiden, ein Mann und eine Frau, hatten grossen Probleme, einen Weg zur Passstrasse zu finden. Etwas besorgt schauten wir zu, wie sie sich durch die Felsen quälten.

An einer offensichtlich besonders schwierigen Stelle gab der Mann seinen Rucksack der Frau, stieg mühsam ab und liess sich dann den Rucksack hinunter reichen. Dann geschah etwas Unglaubliches, das mich sprachlos machte und den Ralle zu einem tiefempfundenen: 'Was für ein Arschloch!' bewog. Der Typ drehte sich um und stieg weiter ab. Einfach so!

Die Frau hatte dieselben Probleme an der Stelle, hatte aber nun niemanden, der ihr den hinderlichen Rucksack abnehmen oder eventuell eine hilfreiche Hand geben konnte. Sie versuchte alles Mögliche und sah diverse Male so aus, als würde sie gleich abstürzen, doch das A-loch vor ihr guckte nur immer wieder mal blöd hoch und stieg ungerührt weiter ab. Wir konnten das kaum fassen! Niemals nie nicht darf man sich so verhalten!

Schliesslich machte die Frau das einzig Richtige: sie nahm den Rucksack ab und warf ihn hinunter. Braves Mädel, so konnte sie schliesslich absteigen. Der Rucksack landete an einer von der Strasse gut zugänglichen Stelle, wo sie ihn später leicht holen konnte. Ab da war der Abstieg relativ leicht und wir radelten weiter. Und noch jetzt frage ich mich, was diese zwei für eine Beziehung führen und wie viele derartige A-löcher es gibt. Wohl mehr als frau sich vorstellen kann.

Cala Gonone
Cala Gonone

In Cala Gonone hatten wir noch richtig viel Zeit und so gönnten wir uns das erste Mal in diesem Urlaub eine ausgiebige Zeit am Strand zum Sonnen und Baden. Das Wasser hatte sogar Badetemperatur :-))

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