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Tag 8: Isola Sant' Antioccho

Freitag, 06.05.2005

Zum Frühstück machte das Hotel den guten Eindruck von Vortag leider wieder zunichte. Die Dame, die uns am Vorabend versichert hatte, dass es ab 8:00h Frühstück gäbe, hatte vergessen, das der Frau mitzuteilen, die die Frühschicht hatte. Nachdem wir lange gewartet hatten, brachten wir schliesslich die Bäckerin aus dem Nebenhaus dazu, die Frau zu wecken, die uns Frühstück machen sollte. Die Nähe zur Bäckerei hatte immerhin den Vorteil, dass das Brot zum Frühstück unwahrscheinlich gut war.

Schon beim Aufstehen hatte es genieselt, beim Gepäck-Einladen regnete immer noch. Nicht die besten Voraussetzungen für eine Radtour. Gestern Abend schon hatten wir beschlossen, die ungastliche Südküste auszulassen und stattdessen um die grössere der beiden Vulkaninseln am Südwestende Sardiniens zu radeln.

Wir beschlossen erst mal hinzufahren, uns an den Hafen zu setzen und dann noch mal nachzudenken. Wer auch immer für das Wetter zuständig war - sie meinte es gut mit uns. Auf dem 'Festland' regnete es, wir sassen in Sant' Antioco am Hafen zwischen Fischern in der Sonne und tranken Kaffee. OK, wir würden also erst mal losradeln.

Start in Sant' Antioco
Start in Sant' Antioco

Das Wetter war zwar regenmässig OK, aber dafür wehte ein starker böiger Wind, der uns ganz schön zu schaffen machte. Nichts ist frustrierender, als sich auf der Geraden heftig anzustrengen und doch kein Stück vorwärts zu kommen. Noch dazu war die Strasse zwischen Sant' Antioco und Calasetta stark befahren.

Die Bedingungen besserten sich schlagartig, als wir in Calasetta auf die Küstenstrasse hinten um die Insel herum abbogen. Kein Verkehr mehr und der Wind kam von schräg hinten. So richtig aufregend war die Fahrt um die Insel zwar nicht, aber die eine und die andere Besonderheit sahen wir doch.

Lavafelsen-Steilküste
Lavafelsen-Steilküste

Immer gut ist Steilküste und Meer. Wir standen bestimmt 20-25 Meter über der Brandung die gegen die dunklen Lavafelsen schlug, aber hin und wieder erwischte uns doch eine Gischtfahne.

Kurz bevor wir die Insel queren mussten, um nach Sant' Antioco zurückzukehren, bremste der Ralle so scharf, das ich beinahe hinten aufgefahren wäre. Mit Adlerblick hatte er etwas am Strassenrand entdeckt. Eine Schlange! Leider war das Tier tot, überfahren von einem der wenigen Autos, die hier herum fuhren. Wir drapierten die Schlange möglichst malerisch auf dem Teer und schossen ein paar Fotos (wenn man genau hinguckt, kann man die Zunge sehen, die der Schlange schlapp aus dem Maul hängt)

Schlange
Schlange

Abgesehen von der Feststellung, das mein Hinterreifen Luft verlor und der Tatsache, dass wir die letzten Kilometer wieder gegen den Wind ankämpfen mussten, kamen wir ohne Zwischenfälle zurück zum Auto. Dort baute der Ralle den Hinterreifen aus und mit viel Glück fanden wir den Verantwortlichen für den Luftverlust. Ein Dorn hatte sich durch den Mantel gebohrt.

Panne
Panne

Vor der Weiterfahrt setzten wir uns noch mal in die Hafenkneipe zwischen die Fischer um Kaffee zu trinken. Wir schauten staunend zu, wie 3 Männer einen riesigen Thunfisch aus einem Lieferwagen hievten. Was für ein Fisch! Die Fischer amüsierten sich sichtlich an unserem Staunen und wir wurden ins Kühlhaus gerufen, um die Beute noch mal genauer zu begucken. Neben dem Thunfisch lag ein Schwertfisch, der nicht wesentlich kleiner war.

Unser nächstes Ziel war Domusnovas bei Iglesias. Dort wollten wir eigentlich eine lange Rad-Tour ins Hinterland starten, der Ralle war aber von dem Wind so genervt (er hatte ja das meiste abbekommen, ich war meistens im Windschatten gefahren), dass er darauf bestand, dass wir bei Wind eine Wanderung würden. So oder so würden wir bei der Grotto die San Giovanni, eine Tropfsteinhöhle mit 2 Ausgängen durch die eine (inzwischen gesperrte) Strasse führt, anfangen.

Eingang der Grotta di San Giovanni
Eingang der Grotta di San Giovanni

Da wir noch Zeit hatten, statteten wir der Grotte gleich mal einen Besuch ab. Da ein Grossteil der Beleuchtung im Inneren ausgefallen war, war das Durchqueren der Grotte ein wenig abenteuerlich. Erstaunlich wie schnell Taschenlampenlicht von soviel totaler Dunkelheit verschluckt wird.

Wir fanden ein grosses Hotel an der Schnellstrasse zwischen Domusnovas und Iglesias. Von aussen sah es aus wie ein billiges Motel, innen war es eingerichtet wie ein Konferenz-Hotel (was es wohl auch ist), so dass wir uns beinahe deplatziert vorkamen. der Preis war aber erschwinglich, also blieben wir.

Nur das Abendessen kostete uns Nerven. Nicht weil es nicht gut gewesen wäre. Im Gegenteil, es war sogar sehr gut, aber nach unserer Bestellung von einer gemischten Vorspeise für zwei und 2 Fisch-Tellern landete dermassen viel hervorragend zubereitetes Zeug auf unserem Tisch, dass wir befürchteten, man hätte uns missverstanden und wir leerten grad das Limit meiner Kreditkarte. Da war zwar nicht so, aber so richtig wohl fühlten wir uns nicht beim Essen. Schade drum.

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