Ich begann den Tag im HomeOffice, wo ganz schön lang düster blieb, denn der Tag da draußen wollte nicht so recht. Als ich mich gegen 9 dann auf den Weg zum neuen Orthodoc machte, war es trüb und nieselte beständig. Ich radelte trotzdem und das war echt nett. Mir fehlt das Radeln in Wind und Wetter doch ganz schön, stelle ich fest. Autofahren ist bei Weitem nicht so schön.
Den Termin beim Orthopäden hatte ich ausgemacht, weil das Knie ja gelegentlich komisch zwickt und ich Sorge habe, dass das ein schlechtes Zeichen ist. Das ist alles noch so neu, dass ich mit den diversen Wehwehchen nicht wirklich umgehen kann und gern mit jemandem sprechen wollte, der Ahnung hat. Meine Versuche, sowas wie eine Gruppe ‘Sportler mit Knieprothese’ zu finden, sind bis jetzt im Sand verlaufen.
Leider, leider, leider war der Besuch ziemlich umsonst. Dem Knie geht es prima, schön beweglich, schön streckbar, kein Erguss, alles bestens. Aber konkrete Informationen dazu, was da möglicherweise zwicken könnte oder sonst irgendwelche hilfreichen Tipps, Bemerkungen, was-auch-immer hatte er leider nicht, der Doc.
Sinngemäß sagte er: die OP war ein gewaltiger Eingriff und da drin ist alles irre vernarbt und Narbengewebe macht komische Dinge. Solange das Knie nicht anschwillt und/oder dauerhaft schmerzt, muss ich mir keine Sorgen machen. Aber drauf aufpassen soll ich und nix übertreiben und auf keinen Fall irgendwas machen, was schmerzt und generell nicht übertreiben.
Was dann insgesamt schon ein wenig beruhigend war, aber so richtig viel mehr weiß ich halt jetzt auch nicht. Das Knie ist toll, lässt sich wunderbar strecken und abbiegen und ist stabil, ich humple nicht mehr oder kaum noch und ich schlafe meistens sogar wieder durch. Die meiste Zeit muss ich nicht mehr dran denken und es macht sich auch nicht ständig bemerkbar (was noch immer ein Novum ist, denn mein eigenes Knie war vorher jahrelang immer in meiner Wahrnehmung präsent). Und trotzdem: wenn halt was ist, dann hätte ich halt soooo gern jemanden mit Ahnung zum Drüberreden. Meh.
Und ich will jetzt auf keinen Fall den Eindruck erwecken, der neue Doc sei irgendwie schlecht, nähme sich keine Zeit, hätte kein Interesse, was auch immer. Das passt schon alles. Aber er hat das halt nicht und wirklich reinschauen kann er auch nicht. Ich würde mich gern mal mit Michael Pause unterhalten, glaube ich ;-)
Naja, bin ich halt allein mit mir und meinen Ambitionen und meinem Knie. War vorher auch schon so, das hatte man mir jahrelang ja auch gesagt, ich solle das, was ich tue nicht machen und es ging doch. Und wenn mein Original-Knie vielleicht anders ein wenig länger gehalten hätte, hätte ich viel weniger schöne Zeit und tolle Dinge und Erlebnisse gehabt. Mache ich also weiter mit Durchwurschteln ;-)
Der restliche Tag verging wie im Flug wie überhaupt alle Arbeitstage in letzter Zeit. Inzwischen sind wir überall drin und dabei und entsprechend viele Anforderungen, Probleme und Bugs prasseln von allen Seiten auf uns ein. Das ist anstrengend und toll! Kollege C. durfte am Nachmittag seine Visualisierung der Geschäftsleitung zeigen und war allerhöchst erfreut, wie gut die ankam. Ich wäre da ehrlich gesagt gern dabei gewesen, aber ging halt nicht.
Der Abend war dann mal wieder erstaunlich kurz. Ich frage mich, wo dauernd die ganze Zeit hingeht. Der Urlaub nächste Woche ist schon wieder höchst notwendig! Achja, SAN-Telko war auch noch, das macht so einen Abend auch kurz ;-)
Nach der (inzwischen fast) üblichen Reha-Gymnastik fuhr ich zur normalen Zeit los und kam völlig staufrei (aber natürlich mit LKW auf der Strecke) in Kaufbeuren an. Gute Zeit :-)
Der Tag teilte sich in diverse Fehler-Diskussionen und Folgearbeiten und eine Aufgabe, die mein Kopf schon seit einer Weile sortiert und die inzwischen Form angenommen hat. Ich hatte da schon mehrfach angefangen und es wieder beiseite gelegt, weil ich da jedes Mal hängen geblieben war. Manchmal muss man Dinge halt auch ein wenig gären lassen, denn jetzt sehe ich den Weg ;-)
Die Visualisierung des Kollegen kommt prima an, was ihn ungemein freut (und mich auch, weil er sich so freut). Mein Kram ist eher Backend, da sieht man nicht so viel, aber ich mache das gern und sehe auch, dass da was voran geht, wenn auch nicht so offensichtlich und spektakulär. Daumen hoch hier und da bekomme ich aber auch und das ist schön.
Am Abend packte ich wieder die gelbe Tüte um einen Tag HomeOffice zu machen. Mit dem Kollegen machte ich einen Telefontest aus, denn am Freitag hatte ich mit meinem schönen Headset, das bisher immer funktioniert hatte, nicht telefonieren können.
Der Abend war beschaulich. Ein bisserl Haushalt, ein bisserl nach- und vorbereiten und sonst nix.
Mein Wecker ging zwar runter wie immer, aber ich nahm mir in der Früh eine Stunde länger Zeit fürs Frühstück, weil abends eine Telko mit USA angesetzt war. Das führt direkt nach dem Losfahren zu der Erkenntnis, dass es auch in Kempten Stau hat, wenn man zur falschen Zeit unterwegs ist. Ich war bis dahin tatsächlich der Meinung gewesen, hier gäbe es keinen Stau (20 Autos an einer Ampel sind kein Stau). Naja, mit 10 Minuten Verzögerung war ich dann auch aus der Stadt draußen, das geht schon noch.
Montag ist wegen der wöchentlichen Meetings eh immer ein wenig stressig, diesmal kamen neue Fehler mit dem Urlaub des Mannes, der der den Überblick hat, zusammen und wir mussten viel improvisieren, prüfen, nacharbeiten. Bis zum Meeting um 5 war ich ziemlich durch, aber es sah wenigstens so aus, als liefe alles wieder in geordneten Bahnen.
Das Meeting war dann irgendwie unschön. Vielleicht verstehen wir (Kollege C. hatte denselben Eindruck) da ja auch was falsch, aber wir fühlten uns beide unwohl in dem Meeting und das lag nicht am Thema.
Immerhin war nach der Stau-Überraschung in der Früh der Heimweg prima. Es hatte kaum LKW. Ich kam erst um halb 8 daheim an. Der anstrengende Tag zusammen mit dem aktiven Wochenende führt dann dazu, dass ich nach dem Abendessen quasi umfiel ;-)
Das war das coolste Wochenende seit einer ganzen Weile mit 2 langen und fast neuen Wegen auf bekannte Gipfel. Das Knie hat am ersten Tag nicht ganz mitgespielt (motzig und jammerig im Abstieg und wieder doofes Zwicken) und hat sich am zweiten Tag grandios geschlagen. Ich weiß noch nicht so richtig, was ich davon halten soll und wie ich damit umgehen soll. Wahrscheinlich ist es wie mit einem neuen Sportgerät - die Feinheiten im Umgang lernt man erst mit der Zeit ;-)
Wir waren so wunderbar beschäftigt, dass alles andere auf der Strecke geblieben ist :-)
Achja, das muss auch noch erwähnt werden: Am Freitag hatte ich ein neues Kürbisrezept ausprobiert, über das gnädig der Mantel des Schweigens gebreitet werden soll. Ich bin mir nicht bewusst, wirklich was falsch gemacht zu haben, aber irgendwas muss sehr schief gegangen sein, denn das kann nicht wirklich jemand ernsthaft essen wollen.
Der erholsame Bike-Tag hatte den Muskeln und Gelenken gut getan und wir fühlten uns wieder gestärkt genug, um etwas Interessantes zu tun. Wir parkten in Berg auf dem Parkplatz des zuenen Gasthofs (was vermutlich nicht mehr lang gut gehen wird, weil da anscheinend inzwischen umgebaut wird) und marschierten los.
Die Beine und Füße jammerten anfangs zwar ein wenig rum, aber das gab sich bald. Wir spazierten auf dem Fahrweg in halber Höhe das Tal hinter und bogen im hinteren Drittel auf den Fahrweg ein, den wir vor einer guten Weile schon mal genommen hatten. Ich hatte danach eigentlich den weglosen Anstieg, den es damals hatte, erwartet, aber inzwischen führt eine immer schmaler werdende Forststraße bis unter das Steilstück.
Dort wird es dann tatsächlich weglos. Wir gingen an ein paar erstaunt schauenden Kühen vorbei, immer weiter nach rechts, bis wir tatsächlich die Rampe fanden, die wir beim letzten Mal (wo wir ganz einfach steil geradeaus nach oben gekrabbelt waren) gesehen hatten. Die führte uns recht bequem hinauf zum Grat/Rücken.
Der Rücken ist erst breit und bequem (allerdings verliert sich Pfadspur oft im Gebüsch und man muss halt nach Gefühl hinauf steigen) und wird später am Grat dann felsig und teilweise schön schmal und ausgesetzt. Das macht natürlich viel Freude :-)
Gegen Ende kommt dann die spektakuläre Rampe und man landet im Gedränge der Einstein-Besteiger. Wir gingen bis zum Gipfel und stiegen dann gleich wieder zum Nebengipfel ab, wo wir gemütlich, wenn auch kühl (es hatte zwar Sonne, war aber wegen des Windes ganz schön frisch), Pause machten. Für die eigentliche Sonnenpause stiegen wir bis in Mitte, wo der Berg ein wenig flacher wird, ab und suchten uns ein Plätzchen etwas abseits des Weges.
Nach dieser Pause sammelten wir uns ein wenig groggy (naja, Sonne und Rumliegen, kann man sich ja denken, wozu das führt) wieder zusammen und stiegen zum Auto ab. Dem Muskelkater und dem Knie hatte die weglose Grat-Tour eher so mittelgut getan, aber es war toll :-)

Anfangs queren wir ins Tal rein

Dann geht es auf einem neuen Forstweg weiter

Und schließlich weglos hinauf

Im Steilen braucht man auch mal Allrad

Im breiten Rücken verliert sich der Pfad gelegentlich

Am Grat wird es wieder eindeutig

Manche Abschnitte sind bequem

Andere schön klettrig

Auf der ‘Rampe’

Der Normwalweg zum Gipfel ist in Sicht

Oben

Die letzten Meter
Die Tour vom Vortag war dann wohl doch anstrengender gewesen als gedacht (Zu lang nix gemacht, ganz eindeutig!), denn ich hatte Muskelkater in den Beinen. Wir nahmen dann halt die Standardtour für viel Radeln und wenig Laufen ;-)
Weil wir da letztes Mal drüber nachgedacht hatten, parkten wir oben in Rinnen statt unten. Die Idee war dann eher so mittel, denn beim Runterfahren war es trotz langer Hosen und Jacken so kalt, dass wir am liebsten Handschuhe gehabt hätten. Beim Hochradeln wurde es uns dann aber schnell warm und wir waren wie üblich in T-Shirt und kurzen Hosen unterwegs.
Am Gatter stellte der beste Allgäuer auf barfuß um und ich nahm Stöcke, denn meine Beine waren wirklich sehr lahm. Wir stiegen fast ganz allein zum Gipfel auf, wo wir sehr lang und gemütlich in der Gipfelmulde Pause machten.
Der Abstieg war dann nochmal ein wenig anstrengend, weil die Beine nach der langen Pause arg jammerten ;-) Wir machten K&K Pause in der Ehrwalder Alm (wo wir uns in den Schatten setzten, tolle Aussicht auf den Thaneller aber zugig und kalt) und fuhren dann weiter ab.
Oben geparkt zu haben erwies sich dann ein weiteres Mal als eher so mitteltolle Idee: nach der langen Abfahrt nochmal hochradeln fällt dann schon ganz schön schwer. Was tut man nicht alles für Höhenmeter ;-)

Beim Start ist es noch arg kühl

Bald wird uns warm

Bachquerung

Die Ehrwalder Alm vorm Thaneller

Am Radl-Parkplatz

Wer schlapp ist, braucht Stöcke

Anstieg

Am Gipfel

Gipfel-Pracht

Abstieg

Abfahrt

Nochmal der Bach
Die fünf ersten Tage des Urlaubs waren Regen vom Feinsten, für den ersten schönen Tag suchten wir deswegen eine Tour aus, die wir für weitgehend Regen-resistent hielten: guter Weg und viele Steine.
Als wir den Kangoo am Lift bei Berwang parkten, sah die Wiese unter dem Lift auch ganz gut aus, relativ feucht, aber nicht patschnass. Danach allerdings kommt die Querung einer tiefen, matschigen Runse und da musste ich, weil ich keine großen Schritte kann, zwei Mal voll in den Matsch treten und mich noch dazu an einem matschigen Felsen festhalten. Tja. (Und wären wir schlau gewesen, wären wir eh weiter oben gequert.)
Wir stiegen in für mich echt schnellem Tempo auf (2:30h mit allen Pausen. Ich fand das echt gut, der beste Allgäuer sauste mir am Ende natürlich trotzdem davon.). Wir suchten uns ein windgeschütztes Plätzchen mit Sonne für die Pause (meistens jedenfalls) und genossen die Aussicht. Es war aber trotzdem kühl da oben, deswegen gingen wir bald wieder und machten auf dem halben Abstieg nochmal Pause mit mehr Sonne, weniger Wind und weniger Aussicht, dafür aber höchst gemütlich :-)
Der restliche Abstieg war dann leider nicht so toll, weil mein ‘gutes’ Knie irgendwann anfing zu motzen. Meh!
Und weil wir endlich den Urlaub nutzen konnten, feierten wir das gleich mit K&K am Liftkiosk. Das war zwar eher solal, dafür hatten wir aber das Vergnügen, zuzuschauen, wie Eichhörnchen die extra ausgelegten alten Semmeln holten und damit durch den Wald sausten :-)
Guter Start!

Start am Lift

Ähem.

Und mitten rein in den Sumpf!

Anstieg durch Wolkenreste

Fast allein am Gipfel

Wolkenspiele

Heiterwanger und Plansee

Abstieg

Zurück