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Resilienz

Freitag, Mai 31, 2019

Der Tag begann früh mit einem Vortrag um 8, zu dem auch Nadine durfte. Wir unterhielten uns ein letztes Mal mit der uns verlassenden Dame und gingen dann zum Vortragsraum.

Der Vortrag hieß ‘Schutzfaktoren’ und es ging um Resilienz, also darum, wie man mit Schwierigkeiten und Problemen umgeht und sie übersteht. Er wurde von einer Psychologin gehalten und die machte das wirklich super.

Mitgenommen habe ich, dass man, um bestmöglich aus egal welchen Situationen, in die einen das Leben schmeisst, rauszukommen, Folgendes braucht:

  • Optimismus, Humor
  • Verlassen der Opferrolle
  • Akzeptanz
  • Verantwortung
  • Zukunftspläne, Visionen
  • Netzwerk-Orientierung, Information

Ich hatte während des ganzen Vortrags, der eigentlich eher ein Gespräch war (wir sassen in einem großen Kreis, sie stellte Fragen und erklärte dann), das Gefühl, ‘Jajaja!’ sagen zu müssen, denn genau so, wie die Psychologin das beschrieb, sehe (und mache) ich das auch. Das war prima.

Dann hatte ich eine Pause, in der ich aufs Zimmer ging, bevor der große Physiotherapie-Marathon aus manueller Lymphdrainage, Krankengymnastik und Motorschiene begann. Die Lymphdrainage war leider nicht so gut wie die erste, aber nett war sie natürlich trotzdem. Nicht so nett war, dass ich im Anschluß einen geänderten Therapieplan bekam, in dem die Krankengymnastik fehlte. Die finde ich aber das allerwichtigste (Schmerzen hin oder her) und das nervte mich gewaltig. Was genau gar nichts half.

Ich ging runter ins Bewegungszentrum, um mich aufs Rad zu setzen. Ich nahm 9 Löcher bei 50 Watt und das ging so gut wie die 8 Löcher. Liegt vermutlich daran, dass ich den Sattel wieder runter stellen musste. Bei der Motorschiene hänge ich aber nach wie vor bei 105 Grad und da tut sich einfach nichts mehr. Das Problem dürfte jetzt dasselbe sein wie bei der Beugung: das ging schon seit Jahren nicht mehr und alles ist verkürzt und verhärtet.

Vor dem Mittagessen bekam ich noch Strom, dann ging ich hoch zum Essen. Wir haben nun eine neue Tischdame und ich habe das Gefühl, mit der werde ich nicht warm werden. Schaumermal.

Nach kurzer Pause ging es mit einem Vortrag zu Prothesen weiter. Es ging darum, was man darf und was man nicht darf, was vor allem bei den Hüftprothesen eine Rolle spielt, weil man die Hüfte erst mal nicht weiter als 90 Grad beugen darf. Bei den Knien stand nur, dass man sich wegen der Scherkräfte nicht auf dem Bein drehen soll. Das alles etwa für die ersten 3 Monate. Und danach hängt es mehr oder weniger von einem selbst ab, was man kann und tut oder auch nicht. Eben!

Vor der Wärme ging ich nochmal radeln (15 Minuten, 9 Löcher, 50 Watt) und danach machte ich den Rest meines Trainings. Das ist nach wie vor echt stressig für’s Knie und ich habe aktuell einfach nicht das Gefühl, als ginge da was nach. Training tut an den Endpunkten der Bewegung einfach nur weh, aber die blöden Punkte bewegen sich nicht. Naja, Geduld braucht man auch, wird einem immer gesagt und das stimmt wohl. Ich bin bisher halt verwöhnt von den schnellen Fortschritten.

Weil ich jetzt darf, übe ich auch immer wieder ohne Krücken gehen, bzw. die Krücken nur minimal zu benutzen. Das klappt mal besser, mal schlechter. Wichtig scheint mir, dass man auch ohne Krücken möglichst ‘unhumpelig’ läuft. Das ist noch einigermaßen schwierig.

Am Ende des Trainings radelte ich nochmal 10 Minuten. Momentan steige ich mit dem gesunden Bein auf und mit dem Operierten ab. Da muss ich jetzt mal anfangen, das anders herum zu üben, denn beim Absteigen von einem echten Rad muss man ja gescheit stehen und nicht komisch rumeiern.

Danach stand noch Wassergymnastik zum Selberüben kurz vor dem Abendessen auf meinem Trainingsplan. Ich ging aber lieber direkt runter. Vorher fragte ich noch im Schwesternzimmer, ob ich ohne Folienpflaster ins Wasser dürfe und bekam die Freigabe.

Ich übte all das, was wir in der letzten Gruppe gemacht hatten und es war wieder ziemlich fordernd. Ich blieb eine halbe Stunde und war dann reichlich durchgefroren. Eine lange heisse Dusche behob das aber wieder :-)

Das Abendessen war nicht so nett und lang und ratschig wie sonst. Nadine fehlte, weil sie mit ein paar Anderen zum Pizzaessen ging und irgendwie ergab sich kein richtiges Gespräch. Wir gingen bald alle unserer Wege.

Von engel am 31.05.2019 23:00 • diaryKnieOP

Ohne (kurz jedenfalls)!

Donnerstag, Mai 30, 2019

Ich begann den Feiertags-Donnerstag mit einem sehr frühen Frühstück, um nach meinen Terminen einerseits noch duschen zu können und andererseits vor allem auch noch Zeit zum Knie ausruhen zu haben denn der beste Allgäuer von Allen wollte kommen.

Dieser Tag war der, ab dem ich offiziell Vollbelastung hatte. Ich war schon vorher im Bad hier und da mal auf das operierte Bein gestanden, immer nur kurz und mit halb schlechtem Gewissen. Aber nun durfte ich das ja offiziell. Ich übte also nach dem Aufstehen (eine Weile danach, direkt nach dem Aufstehen ist das Bein schwach und dumm) ohne Krücken zu laufen.

Und das war echt schwierig. Nicht wegen des Beins, das machte alles klag- und schmerzlos mit. Mein Kopf ist das Problem, die ständige Angst da drin. Nur mit höchster Konzentration brachte ich 3 Schritte ohne Humpeln zustande. Nunja, das muss geübt werden, wie alles andere. Wird schon werden :-)

Beim Frühstück traf ich nur eine Tischdame, die auch Besuch bekam und alles vorher erledigen wollte. Wir trafen uns kurz danach beim Training (immer noch 8 Löcher und 50 Watt, ging aber sehr gut) und dann bei der Gehschule.

Die Gehschule war auch diesmal sehr anstrengend. Glaubt man gar nicht, wenn man da so zuschaut, denn da laufen halt ein paar Leute in einer Halle im Kreis rum. Normal, langsam, schnell, vorwärts, rückwärts, seitwärts, andersrum seitwärts, mit Anfersen und Knie heben und schnellen vorwärts-rückwärts Schritten. Danach tat mir das Knie weh und ich ging aufs Zimmer, um erst zu duschen und dann ein Coolpack aufs Knie zu legen.

Der beste Allgäuer hatte den Schwager dabei. Wir gingen erst mal hoch auf mein Zimmer, um das anzuschauen, dann mit einem Spaziergang um die Klinik rum zum Freibad-Kiosk, wo es Kaffee und Bier gab. Ganz kurz war ein bisserl Sonne, dann war es kühl und windig. Als uns kalt wurde, gingen wir auf dem Seeweg zurück zur Klinik und setzten uns für Kaffee uns Kuchen rein. Da war es schön warm ;-)

Der Schwager verschwand dann nochmal zum Freibadkiosk und wir gingen nochmal um die Klinik herum und dann auf mein Zimmer, denn inzwischen brauchte ich Pause. Und dann war schon wieder Zeit zum Fahren. Der Weg hierher ist halt schon arg weit.

Abends sassen wir 4 Tischdamen noch etwas im Cafe beieinander, denn am nächsten Tag würde uns die mir gegenübersitzende Dame verlassen. Das war ein bisserl schade, denn ich finde, wir 4 waren eine nette Gruppe. Aber für die Dame war es natürlich super und sie kriegte sich ja schon seit Tagen nicht mehr richtig ein. Endlich das eigene Bett, der eigene Kaffee, der Hund, die Freunde. Da freut man sich natürlich für sie mit :-)

Von engel am 30.05.2019 23:00 • diaryKnieOP

Stagnation irgendwie

Mittwoch, Mai 29, 2019

Diese Nacht war nicht so geruhsam, wie die vorige. Ich wachte ein paar Mal auf, weil dem Knie nicht wohl war, schlief aber immer schnell wieder ein.

Ich ging mittelfrüh zum Frühstück, denn mein erster Termin, ‘Cryojet’, war um 8:30h. Die Kälte tat auch diesmal ausgesprochen gut. 2 Minuten sind aber echt wenig, denn allzu läng hält die Beruhigung nicht an.

Vor dem Vortrag hatte ich dann etwa 20 Minuten Zeit und nutzte die auf dem Rad (immer noch 8 Löcher und 50 Watt, das stagniert gerade). Danach hielt einer der Sport-Orthopäden einen Vortrag über Arthrose, der ausgeprochen interessant war. Ich lernte nicht allzu viel Neues (ich beschäftige mich ja nun schon seit einer Weile mit dem Thema), es war aber trotzdem sehr interessant. Vor allem die beiden mitten-in-der-OP-Bilder eines total degenerierten Knies und einer ziemlich kaputten Hüfte faszinierten mich. Das ist aber wohl nicht für alle so. Die mir gegenüber sitzende Tischdame erzählte mittags, an der Stelle wäre sie beinahe vom Stuhl gekippt.

Ich hatte dann wieder etwas Zeit und ging nochmal aufs Rad und dehnte die Wadl-Muskeln. Danach war Motorschiene (105 Grad, das stagniert auch grad) und endlich eine kleine Pause. Ich ging aufs Zimmer und legte mir ein Coolpack aufs Knie, das darüber sehr froh war.

Nach dem Mittagessen wollte ich eigentlich direkt ins Bewegungscenter gehen, um danach nochmal ein Pause zu haben, aber ich hatte übersehen, dass da Mittwoch Mittag zu ist. Ich nahm die Pause gleich und ging so trainieren, dass ich direkt im Anschluß zum Lymphamat gehen konnte. Danach war wieder eine kurze Pause, in der ich nochmal ein sehr willkommenes Coolpack aufs Knie legte.

Danach war mir kalt, ideale Voraussetzung für die Wassergymnastik :/ Ich ging ein wenig früher hin, um mein freies Üben vor der eigentlichen Gruppe durchzuziehen. Die Wassergymnastik war diesmal deutlich besser als am Vortag, was sicherlich auch daran lag, dass die Gruppe sehr klein war und es keine ständig gackernden Hühner in der Gruppe hatte.

Ordentlich ausgeführt - und ich gab mir wirklich Mühe - waren die Übungen teilweise wirklich stressig für’s Knie. Der Therapeut betonte immer wieder, dass man nur bis zur Schmerzgrenze gehen solle und nicht drüber, aber das ist gar nicht so einfach. Wenn man so konzentriert dabei ist, Gleichgewicht zu halten und die Übungen korrekt auszuführen, merkt man gelegentlich halt doch etwas spät, wenn es irgendwo sticht.

Danach war das Knie jedenfalls ordentlich angestrengt. Für ein Coolpack war mir allerdings zu kalt. Ich duschte lang und heiss und legte mich dann ins Bett, mit der Decke komplett über mir (seit der OP lasse ich das Knie eigentlich draussen, damit es so kühl bleiben kann, wie möglich).

Die Tischdamen waren nach dem Abendessen alle müde (vor allem die, die nun schon ein paar halbe Nächte lang gefeiert hatten), mir war aber nach einem Betthupferl, deswegen setzte ich mich allein ins Cafe vor den Kamin und genoss sehr gemütlich einen Eiskaffee.

Von engel am 29.05.2019 23:00 • diaryKnieOP

Ab ins Wasser!

Dienstag, Mai 28, 2019

Der Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück. Danach erkundigte ich mich, wie man sich einen Bademantel ausleihen kann (meinen eigenen hatte ich in voller Absicht nicht mitgenommen, weil der die Tasche zur Hälfte ausgefüllt hätte) und organiserte 2 Pflasterfolien für diesen und den nächsten Tag.

Die erste Anwendung wäre erst um 11 Uhr gewesen und dann wäre es dicht getaktet bis 18:30h durch gegangen. Das medizinische Training kann man ja jederzeit machen, deswegen ging ich um 9:30h runter, trainierte fleissig und gründlich (auf dem Rad: 15 Minuten, 8 Löcher, 50 Watt) und ging um 11 zur Wärme und danach zum Strom.

Dann war schon Mittagessen. Danach hatte ich eine knappe Stunde Zeit, die ich für Ausruhen und Coolpack aufs Knie nutzte, bevor ich zur Motorschiene ging (105 Grad, immer noch anstrengend am Anfang, OK am Ende). Die Krankengymnastik-Session, die dann folgte, war brutal. Erst wurde mein Bein sanft massiert und ausgestrichen, dann ging es um Streckung.

Ich durfte mich auf den Bauch legen (mit Kissen unter dem Knie und Halbrolle unter dem Unterschenkel, damit es nicht gar so durchgestreckt wird) und bekam erst mal die Beinrückseite massiert. Vor allem am Wadl war das arg schmerzhaft.

Und dann ging es ans Dehnen. Die Therapeutin bog mein Bein nach unten und den Fuß nach vorn. Immer ein klitzekleines Bisserl länger, als ich eigentlich ausgehalten hätte. Und dann nochmal und nochmal. Ooooooh!

Am Ende bekam ich noch 2 Übungen als Hausaufgabe und ein paar Tipps, wo und wie ich Streckung üben könne. Mein MTT-Pensum steigt gerade ordentlich an, ich brauche die Zusatzaufgaben für den Oberkörper gar nicht mehr, glaube ich.

Nach kurzer Pause durfte ich dann wieder in/auf den Antigravity-Trainer. Die Neoprenhose, die ich dieses Mal bekam, war noch enger und ich bekam sie kaum angezogen. Dafür war sie aber deutlich dichter und es blies nicht so viel Luft raus. Ich bekam 50% Körpergewicht eingestellt und durfte 15 Minuten gehen. Die Therapeutin korrigierte ein paar Mal (beim Abrollen länger auf dem rechten Bein bleiben, rechtes Fußgelenk hinten mehr strecken), dann liess sie mich 10 Minuten allein üben und korrigierte danach noch mal. Das war insgesamt nochmal sehr anstrengend fürs Knie.

Ich sauste zurück aufs Zimmer und zog mich um, denn als nächstes kam die Wassergymnastik dran. Beim Badepflaster-Kleben ist noch Luft nach oben, denn ich produzierte ein paar Luftblasen. Naja, war ja eh nur für kurze Zeit.

Weil ich ja noch nie im Schwimmbad war, war ich viel zu früh dran. War egal, denn ich wusste ja schon, dass man auch dann ins Wasser darf, wenn da noch eine andere Gruppe drin ist, man darf sie halt nur nicht stören. Ich ging also ins Wasser und paddelte da noch 15 Minuten rum. Das war nett.

Die Wassergymnastik fand ich erstaunlich fordernd. Weniger wegen des Kraftaufwands, sondern eher wegen Gleichgewicht und des Wasserwiderstands. Dafür konnte ich im Wasser wie normal laufen, das war schön.

Nach der Gruppe sauste ich zurück ins Zimmer und zog mich in Windeseile um und den Kompressionsstrumpf an. Es gab schon wieder einen (eigentlich mehrere) Abschied und die Gehenden hatten beschlossen, mit dem Bus nach Tegernsee zu fahren und ins ‘Herzogliches Bräustüberl Tegernsee’ zu gehen. Die Verniedlichung kann man getrost ignorieren, das ist ein sehr großes Restaurant in mehreren gewölbeartigen Räumen eines riesigen und vermutlich alten Gebäudes. Es liegt über den See drüber genau gegenüber der Rehaklinik.

Es war brutal voll da drin und sehr sehr laut. Aber es war nett, mal wieder draußen zu sein und das Essen war sehr gut. Ich konnte aber bald nicht mehr auf dem harten Stuhl in meinem beengten Eck sitzen und Nico ging es ähnlich. Wir ließen die anderen da also weiter rumsitzen und nahmen zu zweit den Bus zurück. Das war zwar ein kurzer Ausflug, aber doch recht abenteuerlich, mit dem Regen, den engen Bussen und allem.

Von engel am 28.05.2019 23:00 • diaryKnieOP

Jetzt aber: pflasterlos

Montag, Mai 27, 2019

Ich schlief das erste Mal komplett durch, Fortschritt :-) Anscheinend tut der nächtliche Body-Check jetzt nicht mehr so weh, dass ich davon aufwache. Oder zumindest war das in dieser Nacht so.

Der Tag begann mit einem frühen Frühstück und dann einem Vortrag zu Ernährung, der wirklich gut gemacht und interessant war, obwohl die Technik versagte und der Computer nicht mit dem Beamer sprach. Dann radelte ich 15 Minuten mit 8 Löchern und 40 Watt. Ich werde als nächstes die Wattzahl erhöhen müssen, denn mit den längeren Kurbeln trete ich fast schon wieder ins Leere.

Dann hatte ich Einzeltraining, das heisst, der Trainingsplan wurde angepasst. Ich bekam zusätzliche Übungen für die Streckung, eine anspruchsvollere Übung fürs Gleichgewicht und das letzte Gerät das für den Oberkörper zuständig ist.

Und, und das war echt aufschlußreich, ich bekam das Körpergewicht-Verteilungs-Dingens erklärt. Das sind 2 parallele Bleche im Boden, die die Körpergewicht-Verteilung rechts und links messen. Wenn ich mit geschlossenen Augen glaube, rechts und links gleich zu belasten, habe ich eher eine 70/30 Belastung. Und das auf 50/50 zu erhöhen, fühlt sich an stünde ich komplett auf dem operierten Bein. Eine völlig normale Hirn-Fehlfunktion nach Operationen sagte die Therapeutin. Ich soll da ein paar Mal im Training hingehen und checken.

Dann ging ich hoch und wartete auf die Ärztin. Die liess mich gleich das Pflaster abziehen und meinte, sähe gut aus, das dürfe jetzt frei bleiben. Nur die Klammerstrips, die sollen noch bleiben. Ob ich ins Wasser wolle, wurde ich gefragt. Ich bejahte begeistert und sie versprach, mir Wassergymnastik auf den Therapieplan zu schreiben. Und das versprochene Pilates. Schaumermal.

Direkt nach der Visite durfte ich zum Cryojet und der tat wieder richtig gut. Ich verspätete mich allerdings, denn ich wartete ungeschickterweise am falschen Ort. Die Therapeutin am richtigen Tresen hatte mich schon als ‘Nicht erschienen’ eingetragen, aber sie hatte doch noch Zeit und ich bekam die Anwendung. Glück gehabt!

Danach ging ich zum Mittagessen und von dort direkt zum Training. 15 Minuten mit 8 Löchern und 40 Watt auf dem Rad gingen leider nicht mehr so gut wie am Vormittag, aber auch nicht so schlecht, dass ich umgestellt hätte. Der Rest der Übungen ging so gut oder schlecht wie immer. Mit den neuen Übungen brauchte ich gut 1 1/2 Stunden, danach merkte ich das Knie aber sehr deutlich.

Ich ging hoch und dachte eigentlich, nun eine Stunde Pause zum Erholen zu haben, aber da zahlte es sich aus, den Therapieplan auch auf dem Handy zu haben. Das erinnerte mich nämlich daran, dass ich nur ein paar Minuten auf dem Zimmer hatte. Ich ging zum Lymphamat und dann zu meiner wohlverdienten Pause, die ich mit einem Coolpack auf dem Knie erst im Bett und dann beim Duschen verbrachte.

Danach durfte ich noch zur Motorschiene, wo ich wieder 105 Grad einstellen liess. Die waren anfangs wieder recht anspruchsvoll, da werde ich wohl eine Weile bleiben.

Vor dem Abendessen hatte ich nochmal Pause und verbrachte auch die mit Coolpack auf dem Knie auf dem Bett. Beim Abendessen unterhielten sich Nadine und ich bis wir fast rausgeworfen wurden. Dann gingen wir mit Nico ins Cafe und sassen da noch beinander. Es gesellten sich noch ein paar Leute dazu und es wurde wieder eine nette Runde.

Von engel am 27.05.2019 22:59 • diaryKnieOP

Eingekauft

Sonntag, Mai 26, 2019

Ich schlief fast durch, das erste Mal seit Langem :-) Um 4 wurde ich kurz wach, drehte mich ein paar Mal hin und her und war dann gleich wieder weg. Das war echt schön.

Ich ging früh zum Frühstück und um Punkt 8 zum Training. Mit dem blöden Strumpf natürlich, was mit der kurzen Hose für’s Training echt bescheuert aussieht, aber mit der langen Hose zieht nicht nur das Knie selber, das Pflaster am Knie und der Strumpf beim Beugen, da zieht dann auch noch die lange Hose. Funktion geht vor Optik, ist mir egal wie das aussieht.

Ich radelte 5 Minuten mit 7 Löchern und 40 Watt. Das war so einfach, dass ich dann auf 8 Löcher und 40 Watt umstellte. War anspruchsvoller aber ging auch gut. Noch 2 Löcher, dann bin ich bei der Radl-Kurbel-Normallänge :-)

Nach dem Training duschte ich ausgiebig und ging dann runter zu dem Herrn mit den Holzdingen und kaufte ihm die schöne Schale und einen Pilz ab. Wir unterhielten uns auch noch ein wenig und der Herr war sehr erfreut, als ich alle seine schönen Werke lobte. Ich meinte das auch ernst, überall hatte er die Eigenheiten des Holzes wunderbar heraus gearbeitet. So wie bei meiner Schale :-)

Tja, war ich halt doch Shoppen, wo ich am Vortag beim Abendessen doch erst verkündet hatte, dass ich Shoppen nicht gern mag ;-)

Ich liess das Mittagessen ausfallen, weil ja der beste Allgäuer von Allen kommen würde und beim letzten Mal war ich zu satt für Kuchen. Das war doof.

Der beste Allgäuer kam wie angekündigt gegen Mittag. Wir gingen erst mal hoch, Wäsche tauschen und machten dann einen Spaziergang um die Klinik, also ganz herum, was ich am Vortag ja nicht geschafft hatte (naja, eher: mich nicht getraut hatte), und setzten uns dann zu Kaffee und Kuchen ins Aussencafe. Es war angenehm, nicht zu heiss, nicht zu kühl und zwischendrin hatte es sogar ein paar mal etwas Sonne. Danach machten wir noch eine halbe Runde um die Klinik und verbrachten den Rest der Zeit auf meinem Zimmer, wobei ich mich da aufs Bett legte und den Fuß hoch nahm. Soviel Spaziergang war dann doch recht anstrengend.

Vor dem Abendessen ging ich zur Schwesternstation. Ich brauchte neue Medikamente und wollte gern das Pflaster weg haben. Aber das klebt noch gut und jetzt brauche ich plötzlich das OK der Ärztin dafür es weg zu lassen, dabei hat es doch eine Schwester selbständig aufgeklebt. Gna. Na, am nächsten Tag ist Visite, dann werde ich das Ding hoffentlich los.

Nach dem Abendessen gab es schon wieder einen Abschied. Anna geht heim und lud zu einer Runde Getränke und Pizza. Anna kannte ich wenigstens ansatzweise. Ich ging hin und war mal wieder die erste. Als ich gerade wieder gehen wollte, weil ich dachte, da passiert nichts mehr, kamen doch alle und es wurde ein lustiger Abend. Ich verabschiedete mich mal wieder als Erste, aber da war es schon fast 10, das war dann schon OK.

Von engel am 26.05.2019 23:00 • diaryKnieOP

Spaziergang

Sonntag, Mai 26, 2019

Ich erwachte früh wie immer und das war auch gut so den der Morgen würde stressig werden. Als erstes zog ich mir den Kompressionsstrumpf an. Mit der komischen Anziehhilfe aus Papier, dank der der Strumpf zwar wunderbar über den Fuß rutscht, die man nachher aber kaum mehr rausgezogen bekommt. Dreck! Das nächste Mal ohne.

Das Anziehen klappte wunderbar, ich weiß gar nicht was die alle wollen (naja, ich kann und darf mich ja auch in der Hüfte über 90 Grad beugen und komme gut runter). Dafür hatte ich danach aber diesen blöden Strumpf an, der in der Kniekehle beim Beugen zwickt und am Oberschenkel/Hintern einscheidet. Letzteres hat sicherlich auch mit meinen nicht grad schlanken Beinen zu tun. Es ist jedenfalls lästig.

Ich war beim Frühstück unten, als die Tür noch abgesperrt war. Ich ging noch schnell zum See runter und stellte erfreut fest, dass man wieder durchs Türchen auf den Uferweg kam. Dann sauste ich zum Frühstück, holte mir den tollen Obstsalat mit Joghurt und trank einen Kaffee. Ich war eben mit dem Obstsalat fertig und hatte mir die zweite Tasse Kaffee eingeschenkt, da klingelte mein Handy. Der R. und seine Frau waren schon da, mindestens 5 Minuten zu früh!

Ich liess die zweite Tasse Kaffee halt stehen und verzichtete auf das restliche Frühstück. Wenn ich schon mal Besuch bekomme, dann geht der vor :-)

Wir setzten uns auf die Terrasse und ratschten ein wenig, dann war es kurz vor 8 und ich musste zum nächsten Termin. Die beiden fuhren weiter zur SAN Mitgliederversammlung, auf die ich aus naheliegenden Gründen verzichten musste. Trotz Kai’s tollem Vortrag! Der Besuch war zwar stressig, hatte mich aber sehr gefreut :-)

Der Termin war ‘Fußstatik’ und da ging es darum, die Muskulatur im Fuß selbst zu stärken. Wir sassen auf Stühlen und bewegten nur die Füsse und das war selbst für den gesunden Fuß ein wenig fordernd. Den Innenfuß anspannen (Grosszehenballen und Ferse zueinander ziehen) kann ich überhaupt nicht. Wenn da ein Muskel ist (ja, ist), hat der keine Verbindung zu meinem Hirn.

Danach wollte ich eigentlich zum Training, aber es war so voll, dass ich das auf später verschob und erst mal Duschen wollte. Dazu muss ich ja jetzt wieder Duschpflaster kleben lassen. Zu meinem Erstaunen zog die Schwester das Pflaster weg (die Klammerstrips blieben) und klebte ein wasserdichtes Pfaster mit Polster drauf. Das dürfe da jetzt 1 bis 2 Tage drauf bleiben, oder bis es sich halt löst. Aha. Wieso hab ich sowas Praktisches nicht schon vorher bekommen?

Um elf ging ich dann zum Training. Es war immer noch realtiv voll, ich bekam aber gleich ein Rad und musste danach auch nirgends warten. Beim Radeln stellte ich auf 7 Löcher und 40 Watt und das ging super. Noch 3 Löcher bis zur normalen Kurbellänge, dann kann ich langsam die Wattzahl erhöhen. Die 40 Watt hauen aber auch schon ein bisserl in den operierten Oberschenkel rein. Der scheint langsam zu erwachen, ich kann das Bein inzwischen schon kontrolliert senken, allerdings noch nicht ohne Unterstützung heben.

Am Ende des Trainings war noch etwas Zeit und ich ging nochmal Radeln. Inzwischen war es schon ziemlich leer geworden. Ich nahm wieder 7 Löcher und 40 Watt und fühlte mich prima dabei. Danach allerdings merkte ich das Knie beim Laufen ziemlich deutlich und sorgte mich, ob ich übertrieben hatte.

Ich ging nach dem Mittagessen mit Eis aufs Zimmer. Erst fand ich keine Entspannung und dann schlief ich prompt ein. Nach 2 Stunden weckte mich ein heftiges Gewitter. Dem Bein ging es deutlich besser :-)

Ich nahm meinen Willkommensgutschein von letzter Woche und gönnte mir erst mal K&K. Inzwischen war das Gewitter vorbei und draußen wurde gerade alles trocken. Ich ging zum See runter und weil ich mich so gut fühlte, marschierte ich (naja, also ich ging sehr langsam und konzentriert imWechsel-Krück-Schritt) aussen um die Klinik herum und zum Haupteingang wieder hinein. Nachgemessen war das ein ganzer Kilometer auf teils unebenem Weg. Boah!

Und selbst danach ging es dem Knie noch gut und das Wetter sah auch gut aus, also ging ich ins Aussencafe und gönnte mir zum Ausgleich für den Fleiß noch einen Eiskaffee. Dann wollte das Bein aber Eis und Entspannung und ich ging wieder hoch.

Im Raum der Rezeption waren übers Wochenende ein paar Kleinkunststände aufgebaut. Kosmetik, Schmuck, Wollzeugs, Dekozeugs und ein Mann mit sehr interessanten Holzdingen. Schalen, Schüsseln, Kugeln, Pilze, alles so gearbeitet, dass die Maserung und die Eigenheiten des Holzes ideal zur Geltung kamen. Mir war beim Vorbeilaufen schon ein paar Mal eine Schale aufgefallen, die ich einfach großartig fand. Als ich nachfragte, war der Preis releativ deftig für so ein kleines Ding, aber es war natürlich wunderbares Holz und Handarbeit, das muss was kosten. Ich müsse mir das noch überlegen, sagte ich dem Mann.

Nach dem Abendessen verschwand Nadine zum Bayernspiel-Gucken in einem der Vortragsräume. Wir anderen drei gingen auf unsere Zimmer. Ich nahm nochmal Eis mit hoch.


Der Tegernsee ist wieder in seinem Bett


Am Bach hinter der Klinik

Von engel am 26.05.2019 06:20 • diary

Wieder ein langes Pflaster

Freitag, Mai 24, 2019

Vor dem Frühstück ging ich runter zum See, um zu schauen, wo er inzwischen war. Im Klinikgarten war noch ein breiter Streifen Wasser, aber der Uferweg war schon frei, wenn auch nass. Ich patschte mit beiden Schuhen kurz ins Wasser. Ha! Dann ging ich zu einem langen gemütlichen Frühstück und danach direkt zur ersten Anwendung, Fango auf den Rücken, ging. Sehr angenehm :-)

Nach einer kurzen Pause hatte ich wieder ‘Schlingentraining’. Auf das hatte ich mich wirklich gefreut, denn das war ja das letzte Mal so fürchterlich anstrengend gewesen. Das war es auch diesmal, allerdings ging es schon viel besser als beim letzten Mal. Ich musste noch immer regelmäßig das operierte Bein mit dem anderen stützen, um den Oberschenkelmuskel zu entlasten, aber seltener. Fortschritt :-)

Und, auch Fortschritt, das Bein fühlte sich an, als könne ich es ein wenig lockerer in der Schlinge hängen lassen. Minimal mehr Streckung hoffte ich.

Dann ging ich hoch um ausgiebig zu duschen und danach zur Station, um das nasse Pflaster wechseln zu lassen. Die Schwester betrachtete die Narbe und meinte, über die eine Stelle wo es noch raus sappelt müssen Klammerstrips drüber. Und dann machte sie wieder ein langes Pflaster drauf und meinte, ich solle zum Duschen wieder bitte ein Duschpflaster drauf machen lassen. *seufz* Ein langes Pflaster. Naja, ist schon besser vorsichtig zu sein und wenn die Narbe aufreisst, hab ich ja auch nichts davon.

Vor dem Mittagessen ging ich nochmal beim Schwesternzimmer vorbei, denn von dem versprochenen Pilates war auch in der nächsten Woche nichts im Therapieplan zu finden. Die Schwestern haben mit den Therapieplänen aber nichts zu tun. Ich müsste mich an die Stationsärztin wenden. Die habe um halb eins eine Patienten-Aufnahme, ich solle 5 Minuten vorher vorbei schauen und das mit der Ärztin besprechen. Das war terminlich arg knapp mit meinem Therapieplan.

Ich ging also nach dem Mittagessen etwas früher zur Schmerztherapie und konnte da tatsächlich 5 Minuten rausschlagen (hängt ja immer davon ab, ob die Kabine gerade frei ist) um dann im Sauseschritt (was natürlich sehr relativ ist) zum Ärztin-Zimmer rasen und die geforderten 5 Minuten früher da zu sein. Ich klopfte am falschen Zimmer, weil ich bisher gar nicht gemerkt hatte, dass es da 2 Ärztezimmer hat, aber die Ärztin da drin sagte der anderen Ärztin Bescheid (die war schon bei der Patienten-Aufnahme) und ich bekam bestätigt, dass sie sich drum kümmern würde. Schaumermal.

Ich ging trainieren. 15 Minuten mit 6 Löchern und 40 Watt! War überhaupt gar kein Problem :-)

Mit dem Rest-Training wurde ich genau rechtzeitig fertig, um danach auf die Terrasse zum Abschied des Patienten zu kommen, der den Take-Out Abend organisiert hatte. Ich hatte einen Eiskaffee in der Sonne vorm glitzernden Tegernsee und eine gute Stunde nette Unterhaltung. Es war super und ich fühlte mich fast gesund ... abgesehen natürlich von den Gelegenheiten, wo ich mit den Händen das Bein umlagern musste, um die Belastung zu ändern ;-) Insgesamt vertrug das Bein die Stunde da draußen aber recht gut.

Danach war noch Motorschiene und ich liess mir 105 Grad einstellen. Das war anfangs ein klitzekleines bisserl unangenehm, dann wurde es anstrengend aber doch gut machbar. Yay!

Danach ging ich aufs Zimmer, um Eis aufs Knie zu legen und das Bein im Bett zu entspannen. Vielleicht wäre die lustige Runde noch auf der Terrasse gewesen, aber das wäre mir dann einfach zu viel geworden.

Während ich auf dem Zimmer war, rief eine Dame vom ansässigen Orthopädiegeschäft an und fragte ob sie zum Anpassen des Kompressionsstrumpfs kommen könne. Das passte ja prima. Das Anpassen bedeutet lediglich, dass der Knöchelumfang gemessen wird. Und dann hatte ich den blöden Strumpf mit Anweisung, mir den am nächsten Morgen von der Schwester anziehen zu lassen. Das wäre aber terminlich arg anspruchsvoll geworden, deswegen fragte ich nach, auf was ich denn beim Selber-Anziehen achten müsse. Bekam ich erklärt und gleich dazu gesagt, dass aber nicht einfach sei. Schaumermal.

Nach dem Abendessen wollten die Tischdamen noch ein wenig zusammen sitzen. Ich schloß mich an und landete in einer größeren Runde. Lauter Frauen, die meisten kannte ich schon, und der Abreise-Feierer von Nachmittag. Ich trank einen sehr guten alk-freien Cocktail (Watsmann refresh, ja genau so falsch geschrieben), der echt gut war und verabschiedete mich dann doch bald. Nach dem langen Tag war das dann dem Bein doch irgendwann ein wenig viel. Aber nett war’s :-)


Eiskaffee vorm Tegernsee :-)

Von engel am 24.05.2019 23:00 • diaryKnieOP

Halbpflaster

Donnerstag, Mai 23, 2019

Schon beim Aufwachen mekte ich: Das Bein hatte sich wieder ein wenig beruhigt :-) Der erste Vormittagstermin war relativ spät. Ich ging recht früh zum Frühstück, um die Pause zum Duschen zu nutzen, denn ich musste ja danach ins Schwesternzimmer, um das Pflaster wechseln zu lassen.

Die Schwester betrachtete die Narbe und meinte, ganz ohne ginge noch nicht. In der unteren Hälfte der Narbe hat es eine Stelle, die noch immer ein wenig nässt, da musste ein Pflaster drauf. Aber ich bekam immerhin nur ein halblanges Pflaster auf die untere Hälfte der Narbe. Oben ist jetzt frei und das ist schon wieder ein großer Fortschritt, denn nun kann ich das Bein abknicken, ohne dass das Pflaster zieht :-)

Danach war ‘Cryojet’, der Kältestrahl. Und diesmal merkte ich auch, wie gut das tat. Kurzzeitig war auch das Restgemotze im Bein weg.

Danach wartete ich auf die Ärztin. Diesmal kam die, die tatsächlich für diese Station zuständig ist. Sie war sehr zufrieden mit dem Bein, auch mit der Streckung. Dafür dass die OP noch nicht so lang her ist, sei ich schon sehr weit. Sie schlug einen Kompressionsstrumpf vor und naja, da kann man ja schlecht ablehnen. Dass der Erguss da raus kommt und das Bein dünner wird, ist schon wichtig. Ich bat um etwas mehr Sport im Plan und sie versprach Pilates aufzuschreiben. Schaumermal.

Die Ärztin war relativ spät gekommen und ich musste direkt danach zur Krankengymastik sausen. Ich kam gerade noch rechtzeitig. Die Krankengymnastin massierte erst mal den Oberschenkelmuskel, alle 4 Köpfe des Quadrizeps und - oooh! - da waren ein paar Verspannungen drin. Dann übten wir den Muskel. Ich musste in allen möglichen Stellungen gegen ihre Hand und ihr Bein drücken, mal vor mal zurück und es war wirklich erstaunlich anstrengend. Sehr positiv dabei war, dass ich die Ansatzpunkte des Muskels merkte. Die, die jetzt seit Jahren wegen der fehlenden Streckung eigentlich still gelegt waren. Die sind allerdings ganz schön schlappi, diese Muskeln ...

Direkt danach durfte ich wieder zur Motorschiene und irgendwie habe ich da wohl die Therapeutin genervt. Nur weil ich finde, dass man bitte schön in der Reihenfolge des Kommens eingestellt wird. Ich verstehe ja, dass der Herr im Rollstuhl, dem sie eh auf die Liege helfen muss, vor mir eingestellt wird, aber warum alle anderen auch, obwohl sie nach mir kamen? Natürlich waren das alles alte Leute, aber ich bin auch kaputt. Ich hab nichts gesagt, ich setzte mich lediglich auf auf meiner Liege, damit ich nicht übersehen werde. Ich kam trotzdem als letzte dran und wurde als erste wieder abgestellt. Ich will wie Nadine zu den Schienen in der Sportreha, wo man selber einstellen kann. Pfffff!

Dann war Mittagessen und danach ging ich zum Training. Mit MP3-Player, das fühlte sich gleich noch ein bisserl besser an als es eh schon tut :-) Ich nahm wieder 5 Löcher und 30 Watt. Und weil keiner hinter mir auf ein Fahrrad wartete, legte ich gleich noch 5 Minuten drauf und trat die letzten 2 Minuten rückwärts. Das ging alles wunderbar und ich nahm mir vor am nächsten Tag auf 6 Löcher zu erhöhen. Über der Mitte!

Der Rest vom Training ging auch gut, aber dann war das Knie bedient und ich ging hoch, um Eis drauf und das Bein hoch zu legen. Der Plan war eigentlich gewesen, danach noch nach ein paar Übungen zu fragen. Ich verschob das auf den späteren Nachmittag.

Da durfte ich erst zum ‘Lymphamat’, dann ging ich zurück ins Bewegungscenter und fragte, ob ich noch ein paar Übungen für den Oberkörper bekommen könne. Mehr für’s Bein wäre vermutlich eher kontraproduktiv. Ich radelte 15 Minuten, dann bekam ich eine Karte, die dann für 3 Geräte frei geschaltet wurde. Die Geräte im Bewegungscenter funktionieren so, dass der Trainer Anfangs- und Endpunkt der Bewegung einstellt. Das wird auf der Karte gespeichert und die lässt einen dann genau 3 Sätze mit 15 Wiederholungen machen. Pause sind 30 Sekunden und drunter kommt man nicht (länger geht schon). Ohne Karte geht gar nichts. Ich komme mir da ein wenig bevormundet vor und würde gern wie Nadine in der Sportreha trainieren. Aber ich fürchte, da komme ich nicht hin, ich hab die falsche Versicherung. Aber immerhin 3 Extra-Geräte. Besser wie nix.

Vor dem Abendessen ging ich noch runter zum See, der nur minimal zurück gewichen war. Neben den Stiefmütterchen schwamm ein Blesshuhn. Draussen hatte den ganzen Tag die Sonne geschienen, aber ich sah die Sonne da das erste Mal so richtig. Ich wäre ja schon gern raus gegangen, aber noch braucht das Bein eher Ruhe und Eis als auf einem Gartenstuhl runter zu hängen. Nächste Woche, hoffe ich :-)


Der Tegernsee zieht sich laaaangsam zurück


Blesshuhn am Beet

Von engel am 23.05.2019 23:00 • diaryKnieOP

Das Knie motzt

Mittwoch, Mai 22, 2019

Schon bei den Aufwachern in der Nacht hatte ich gemerkt, dass das Bein unzufrieden war. In der Früh war das immer noch so. Das Knie tat nicht wirklich weh, war aber vor allem in Ruhe motzig und fand keine Entspannung. Von der Stunde Rumitzen im Cafe am Vorabend konnte das ja wohl nicht kommen, hoffte ich.

Bevor ich zum Frühstück ging, lief ich erst noch kurz auf die Terrasse raus, um mir den Tegernsee anzuschauen, der seit dem Vortag bis in den Garten der Klinik gekommen war. Und ja, die hübschen Stiefmütterchenkreise vor dem Türchen zum See waren total abgesoffen.

Direkt nach dem Frühstück ging ich zum Training. Meinen ursprünglichen Plan, die Kurbeln auf 5 Löcher zu verlängern, liess ich sausen, weil das Bein so doof war, aber das Radeln ging total gut. Ich erhöhte stattdessen die Wattzahl von 20 auf 30 und auch das ging prima. Auch sonst lief das Training ausgezeichnet. In Bewegung war dem Bein wohl, in Ruhe nicht. In der kurzen Pause auf dem Zimmer war es schwer, Entspannung zu finden.

Am späten Vormittag durfte ich auf den ‘Hydrojet’. Das ist eine Art Wasserbett, ein großer wassergefüllter Kasten mit einer menschengroßen Gummimatte, auf die man sich legt. Dann kommt von unten ein harter Wasserstrahl und massiert die ganze Rückseite einschließlich der Beine. Die Härte des Wasserstrahls kann eingestellt werden. Ich war bei 75%, was beim Wadl des operierten Beins hart an der Grenze zu schmerzhaft war, beim Rest des Körpers aber total angenehm.

Das jammerige Bein mochte das stille Rumliegen auf der Matte, wo es vermutlich noch dazu durchestreckt wurde, gar nicht. Wenn der Wasserstrahl woanders war, versuchte ich es irgendwie zu entspannen, was aber nur bedingt klappt. So angenehm das Ganze generell war, am Ende war ich doch froh, dass die 20 Minuten rum waren.

Danach hatte ich eine kleine Pause, die mit Eis auf dem Knie auf dem Bett verbrachte. Ich ging sehr spät zum Essen, um direkt danach zum Ruhe-EKG gehen zu können. Auch die nächste kurze Pause verbrachte ich im Bett liegend, aber das Knie war nicht zu entspannen.

Die nächste Therapie war wieder für den Rücken (damit haben 2 meiner Tischdamen Probleme, weil das Krückenlaufen wohl den Rücken stresst, ich merke noch nichts): Fango. Das war an sich total angenehm, aber auch da hatte ich Probleme das Bein zu entspannen, echt lästig.

Ich nahm mir wieder Eis mit hoch und kühlte, quasi als Kontrapunkt zum warmen Rücken, das Knie. Danach war ‘Gehschule’ dran. Wir übten erst mal einfach nur Laufen: Ferse aufsetzen, über den Kleinzehenballen zum Großzehenballen abrollen. Prinzipiell mache ich das schon richtig, aber natürlich fehlt beim Aufsetzen und am Ende des Abrollens die Streckung und deswegen werden meine Schritte mit rechts automatisch kürzer als die mit links. Dann lustige Spielchen wie rückwärts laufen (erstaunlich schwierig), seitlich gehen (problemlos), und allerlei Dehn- und Streckübungen. Da hat das Bein schon noch ganz schöne Defizite, was aber natürlich kein Wunder ist, ich bin ja erst seit 4 Tagen auf Reha. Alles in Allem war das dann aber ganz schön anstrengend fürs Knie.

Ich ging aber trotzdem wie geplant in der halben Stunde bis zum nächsten Termin nochmal aufs Radl. Erst mal wie am Vormittag mit 4 Löchern und 30 Watt. Das ging so gut, dass ich 5 Minuten dran hängte und in denen auf 5 Löcher und 30 Watt erhöhte. Der Sattel musste dazu etwas runter. Das ging super und fing fast schon an, sich wie echtes Radeln anzufühlen :-)

Danach durte ich wieder zur Motorschiene. Ich ließ mir 100 Grad einstellen und das war genau richtig. Die Beugung war bis kurz vorm Endpunkt easy und fing dann ein wenig an zu ziehen. Das ist jetzt wohl für den Moment die richtige Einstellung. Wenn das dann auch einfach ist, gehe ich etwas weiter und lasse 105 Grad einstellen.

Dann hatte ich Pause bis 19:00. Mittags hatte einer der Abschiedfeierer vom Vortrag gefragt, ob wir daran interessiert wären, Essen zu bestellen und das gemeinsam in einem Raum, den er schon organisiert hatte, zu essen. Da der R., der vorsichtig angefragt hatte, ob er mich am Mittwoch besuchen könne, dann doch nicht konnte, hatte ich zugesagt und mir ein Thai-Gericht ausgesucht.

Wie immer war ich zu früh unten. Ich setzte mich also ins Restaurant und harrte der Dinge die da kommen würden. Als erstes kam ein Take-Out Mensch mit riesigen Styropor-Kisten. Gerade rechtzeitig kam auch der Organisator und das ganze Essen wurde im Nebenraum aufgebaut. Kurz drauf trudelten auch die die 11 Anderen ein, darunter ein lettischer Basketballer, noch nicht mal 18, eine fast genauso junge Basketballerin, ein Motorradunfall mit multiplen Verletzungen, der immer wieder Therapie braucht und noch ein paar Leute.

Der Abend wurde sehr lustig. Wir hatten Musik vom Handy mit einer Bluetooth-Box, ‘Hirschkuss’, ein anscheinend sehr guter lokaler Kräuterschnaps, Getränke vom Haus und eben das Take-Out Essen. Ich hatte 2 alkoholfreie Weißbier, keinen Schnaps (ich trinke ja sonst auch kaum Alk, warum da damit anfangen) und blieb bis etwa neun, dann brauchte das Bein Eis und Hochlegen.

Ohne meine Tischnachbarinnen wäre ich in diesen lustigen Party-Zirkel gar nicht reingekommen. Das freut mich jetzt schon irgendwie, auch wenn ich die vielen Leute immer nur in begrenzten Dosen vertrage. Das nimmt mir aber keiner übel, wenn ich dann einfach irgendwann gehe :-)


Der Tegernsee kommt zur Klinik

Von engel am 22.05.2019 23:00 • diaryKnieOP
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