Der Feiertags-Mittwoch sollte strahlend schön werden. Nach dem Schlechtwettereinbruch hatte es nochmal heftig geschneit, wir entschieden uns deswegen für eine Mischung aus Bergsteigen und Skifahren: mit den Minis am Rucksack aufsteigen und dann halt runterfahren so weit es geht.
Wir parkten an der Wiedhagbahn und stiegen auf dem Wanderweg im Wald hinauf. Unten hatte es noch Schnee auf der Piste, im Wald war es nur feucht. Für die Querung der ersten Rinne mussten wir in den Wald ausweichen und ein Stück aufsteigen, weil sich ein Baum mit einer Lawine da ungeschickt quer gelegt hatte. Danach konnten wir problemlos bis zur nächsten Piste aufsteigen. Ab da war dann eine geschlossene Schneedecke.
Unten drunter war recht fester Altschnee, oben drauf lag eine Schicht Neuschnee, anfangs mit einem Harschdeckel oben drauf, später dann einfach nur weich. Die meiste Zeit ließ ich den besten Allgäuer von Allen spuren, weil Durchbrechen schlecht fürs Knie ist.
Kurz bevor wir den Grat erreichten, machten wir eine Pause und wurden vom einzigen Mitbesteiger dieses Tages dort überholt: ein Skitourengeher. Wir stapften, meistens im Schnee, am Grat jedoch auch immer wieder auf Fels, der Kühgrundspitze entgegen. Die beiden versicherten Steilstellen waren weniger problematisch, als ich befürchtet hatte, obwohl die Seile natürlich weitgehend unter dem Schnee lagen. Aber der Schnee war fest und hielt gut.
In meinem Kopf ist der Übergang von der Kühgrundspitze zum Iseler elendslang und vor dem Abstieg zwischen den Latschen zur Scharte hatte ich mich einigermaßen gegrault (ich hatte Angst vorm Einbrechen, sich so kurz vor der OP noch zu verletzten wäre schon ziemlich doof), aber das ist gar nicht so weit, wie ich dachte (wir kamen auf dem festen Schnee gut voran) und der Weg zwiscehn den Latschen war besser zu gehen als befürchtet.
Selbst den Aufstieg zum Iseler hatten wir schon deutlich anspruchsvoller erlebt, deswegen standen wir nach viel kürzerer Zeit als gedacht (nach einer guten Stunde) am Iseler und machten da die zweite Pause.
Dann wurde es lustig :-)
Wir marschierten erst mal vor bis zur Abzweigung mit dem Bänkle und legten dort die Minis an. Ich die Neuen, die ich schon am Hahnenköpfle getestet hatte, der Ralle die alten, denn wir hatten inzwischen zwar 50€ Nachlass mit Selbstreparatur ausgehandelt (der Kontakt mit dem Verkäufer war prima, er versuchte alles, eine Alternative aufzutreiben und gab uns dann den Nachlass), aber der beste Allgäuer von Allen war noch nicht dazu gekommen, die Reparatur tatsächlich durchzuführen.
Inzwischen war der Neuschnee schon total aufgeweicht, aber er hielt gut auf dem komakten Altschnee und wir konnten wirklich gut abfahren. Oben im recht steilen freien Gelände blieben wir noch gelegentlich an alten Spuren hängen, unten auf der Piste, konnten wir super fahren. Leider verdeckte der Neuschnee auch die Stellen, wo die Piste schon abgetaut war und so fuhr ich einmal über dreck udn Steind und fuhr mir direkt den ersten Kratzer in die netten neuen Minis. Meh! Aber mei, das ist das Schicksal von Tourenskiern, egal welcher Ausprägung.
Wir konnten mit einmal Abschnallen fast bis zum Auto abfahren :-)
Unten kehren wir dann noch in der Seilbahngaststätte ein un gönnten uns - Überraschung ;-) - Kaffee und Kuchen. Beides war sehr gut.
Tolle letzte Tour vor der Knie-OP!

Start am Oberjoch

Anstieg im Wald

Ausweich-Abstieg in die erste Rinne

Eingeschneite Frühlingsblumen

Steile Querung der zweiten Rinne

Sonne :-)

Anstieg zur Kühgrundspitze

Zwischendurch ist der Grat durchaus anspruchsvoll

Der Gipfel ist in Sicht

Kühgrundspitze

Weiterweg zum Iseler

Kurz vor der Scharte, den Iseler im Blick

Steilanstieg zum Iseler

Der zweite Gipfel :-)

Start zum Abfahren

Oben muss man erst mal Queren ...

.... dann wird die Abfahrt echt nett.

Die neuen Minis machen sich gut :-)

Auf den allerletzten Metern

Verdiente Belohnung :-)
Ich schlief nicht allzu gut. Bei jeder Bewegung schmerzte das Bein und ich wachte auf. In der Früh konnte ich die Treppe aber ganz gut runter laufen und das Bein war weder besonders heiss noch besonders geschwollen. Es war aber ziemlich empfindlich.
Ich verbrachte den Vormittag mit dem Notebook auf dem Sofa und erledigte Orga-Kram. Das musste unbedingt noch fertig werden, bevor ich nächsten Freitag das Notebook einschicken würde, denn auf dem Mini-Notebook - mit dem ich wohl die nächsten 4 Wochen zurecht kommen muss - ist ja keine wichtige Software drauf. Die Geburtstaghörbücher für’s Schwesterle bereite ich auch gleich vor, denn auf die habe ich dann auch keinen vernünftigen Zugriff mehr.
Am Nachmittag packte ich für München. Das ‘Lotterleben’ würde ein Ende haben, denn ich wollte ab Montag wieder arbeiten. Nicht mal so sehr wegen der Arbeit (weil, das interessiert ja eh keinen, was ich da mache), als wegen der neuen Physio-Termine und weil ich so langsam wieder ein geregeltes Leben haben will.
In München kann ich so viel radeln wie ich will, da ist eh alles flach (Jaja, der Giesinger Berg und das Isarufer, aber was ist das schon?) und da radel ich, um irgendwo hin zu kommen. Daheim langweilen mich die Strecken an der Iller langsam, weil ich die jetzt schon kenne. Natürlich sind die trotzdem schöner, aber der Zweck des Radelns ist unter der Woche halt ein anderer und das macht den Unterschied.
Am Nachmittag erreichte uns ein Hilferuf der besten Eltern, die einen Handwerker benötigten, um einer widerspenstigen Lampe eine neue Birne zu verpassen. Das war ganz praktisch, denn da konnten wir den Orga-Kram gleich abgeben und Schwesterles Festplatte deponieren und die guten Taten der Woche erledigen ;-)
Nach dem Abendessen schlief ich auf dem Sofa ein und war dafür dann, als wir wirklich ins Bett gingen, wieder wach. Getreu dem Grundsatz, dass man Schlafzeit nicht verschwenden darf, stand ich nach einer knappen halben Stunde halt wieder auf und fuhr nach München. Das war ereignislos und danach war ich dann auch müde genug, umgehend einzuschlafen.
Der beste Allgäuer von Allen schlief lang aus. Ich machte meine Übungen diesmal gleich in der Früh, noch vor dem Frühstück, um mich schon mal an die zukünftige Routine zu gewöhnen.
Nach dem Frühstück ging ich Einkaufen, der beste Allgäuer kümmerte sich unterdessen um den Garten. Das Wetter sah erst wirklich gut aus, wurde aber schon gegen Mittag schlechter. Der Himmel war bedeckt und es war windig. Dann begann es zu nieseln. Na prima!
Der Regen hörte netterweise schnell wieder auf. Wir bauten dennoch das Dach auf, um im Fall des Falles beim Fest wenigstens etwas Schutz zu haben. Unter einem Dach sitzen ist natürlich nicht so nett, wie komplett im Freien zu sitzen, aber nass werden ist noch blöder.
Das Wetter wurde erst besser, pünktlich zum Beginn des Festes fing es aber wieder an zu regnen und es kam ein fürchterlicher Wind auf, der gleich mal die Tischdecke umdrehte und die Blumen darauf umwarf. Das Dach wackelte bedenklich, aber weil wir recht geschickt an der Stirnseite des Hauses aufgebaut hatten, passiert weiter nichts. Das Ganze hörte dann auch schnell wieder auf und auch wenn wir insgesamt kaum Sonne hatten, blieb es trocken und warm und das Fest wurde ein voller Erfolg :-)
Alle fanden es gut, sogar der kleine Hund, der sich an einem der Sparerib-Knochen abarbeitete und dann so müde war, dass er fast umfiel. Zum Schluss sassen noch der beste Allgäuer und ein Schwager draußen, aber da war ich dann so alle, dass ich mich ins Bett verabschiedete.
Der lange und anstrengende Tag war dem Bein nicht gut bekommen. Erst stand ich viel in der Küche rum und dann lief ich viel hin und her, immer mit Zeug in den Händen, und die Eingangsstufen frei rauf und runter. Abends legte ich es beim Rumsitzen zwar immer hoch, aber das ist natürlich nur ein unzureichender Ersatz für aufs Sofa liegen und kühlen. Aber es war nicht wesentlich geschwollen oder heiss, das zumindest war gut. Als ich ins Bett ging, war ich aber nicht sicher, ob das jetzt ingesamt vielleicht zu viel gewesen war.
In der Früh ging es dem Bein nach der langen Runde vom Vortag wieder gut, das erleichterte mich sehr. Die letzte Therapie-Session war leider nicht mehr beim S. sondern bei der unerbittlichen zarten Therapeutin, die mir vor 2 Tagen das Bein gestreckt hatte. Diesmal gab es aber nur noch angenehme sanfte Lymphdrainage. Man kann einem Bein halt auch nur begrenzt Stress zumuten.
Ich bedankte mich bei allen und fütterte das rosa Trinkgeldschweinchen. Eigentlich hätte ich gern weiter Therapie beim S., aber das geht ja nicht. Vielleicht wird es in München ja was mit der netten Therapeutin, die meine Ellenbogen so gequält hatte. Nächste Woche hat sie Urlaub, aber dann vielleicht.
Ich nahm einen mittel-langen Rückweg, erst am Bachtelweiher vorbei und dann über Leubas ins Industriegebiet und von da auf einem immer schmaler werdenden Weglein aufs Steilufer am Illerbogen. Am Ende verschwindet der Pfad fast vollständig in der Wiese, er ist aber nach wie vor ausgeschildert. Vom Steilufer kann man kann man kaum zur Iller runter schauen, aber ich mochte den Aussichtsplatz trotzdem sehr, das war schon fast wieder eine ‘richtige’ Tour, mit Wildnis, nahezu weglosem Rumgestakse im Wald (das mit dem Gehen im Gelände, das dauert noch) und Mini-Abenteuer :-)
Das Bein schluckte alle Schwierigkeiten anstandslos (und es gab da dann doch einige, zu Fuß auf einem kurzen schmalem ausgesetzten Rücken zum Aussichtspunkt runter zum Beispiel). Daheim legte ich trotzdem erst mal ein Coolpack drauf und setzte mich dann mit Kaffee in den Schatten im Garten und las.
Am Nachmittag nahm ich den besten Allgäuer mit zum Einkaufen, denn er sollte das Bier fürs Familienfest selber aussuchen (und tragen). Später fuhr ich ihn nach Akams, weil da das Firmen-Sommerfest statt fand. Für mich gab es eine Gemüse-Pfanne mit Halloumi. Halloumi mag ich immer lieber :-)
Was schlecht war: Keine Übungen. Ich muss mich bessern!

Bachtlweiher

Verfallenes Haus am Weg zur Steilwand

Eingang zum Aussichtspunkt

Schwer zu erkennen: Tiefblick zur Iller

Mein Ghost im Wald
Zum Frühstück gab es wieder Obst. Dann duschte ich und radelte zur Therapie, im Navi die geplante Route vom Vortag und Badezeug.
Diesmal war die Therapie wieder beim S. und wir unterhielten uns gut über Touren und Urlaube in fernen Ländern, während er meinen Unterschenkel malträtierte. Anscheinend ist ein Teil meines Wadl-Muskels so verhärtet, dass er (neben vielen anderen Dingen, fürchte ich) die Streckung des Bein behindert. Ich bekam gezeigt und als Hausaufgabe, den Muskel auch selbst zu massieren.
Danach war das Knie nicht wesentlich gestresst und das Wetter wunderschön, also machte ich mich auf die geplante lange Runde :-)
Ich radelte durch (und über, das war teilweise doch recht steil) mir bislang völlig unbekannte Teile von Kempten und kam etwa beim Bachtlweiher aus der Stadt raus. Von dort aus folgte ich vielen mir neuen kleinen Straßen und Fortswegen und kam kurz vorm Kempter Wald an einem Hof zu einem Schild ‘Privatweg’.
Der Hofhund war nicht begeistert, dass ich da zwischen den Gebäuden stand und bellte und knurrte mich böse an. Ich wollte grad umdrehen, da kam ein älterer Mann aus einem der Gebäude und fragte wo ich hinwollte. Ich deutet auf den Privatweg un meinte, ich hätte eigentlich da lang wollen. ‘Genehmigt.’, meinte er, also radelte ich, zur Freude des Hofhundes, der mich damit erfolgreich verbellt hatte, den Weg entlang. Das war nett, der Weg wurde nämlich immer schmaler und am Ende radelte ich auf einer Traktorspur über Wiese :-)
Danach kam ich auf weitgehend bekannten Wegen zum Dengelstein und fuhr großzügig um den Tobias herum Richtung Durach und dann zum Öschlesee. Der Plan war gewesen, dort einen Badestopp einzulegen, aber darauf hatte ich gar keine besondere Lust. Ich fuhr also weiter zur Iller, um auf dem Illerradweg heim zu fahren. An der ‘Alten Bleiche’ gönnte ich mir noch einen Eiskaffee, aber der war leider nicht annähernd so gut wie in Bad Wiessee. Dafür ist die Alte Bleiche aber toll gelegen und echt schön.
Kurz vor daheim, nach ziemlich genau 2 1/2 Stunden Benutzung, meldeten die Ohrknubbel ‘Power low’ und sagten kurz drauf ‘Power Off’. 2 1/2 Stunden finde ich OK für die Knubbel. Für die normale Nutzung reicht das locker, sie werden ja bei jedem Wegpacken in der Box neu geladen. Die Box hat angeblich 15 Stunden Hörzeit - in 2 /12 Stunden Abschnitten halt ;-)
Daheim war das Knie dann sehr angestrengt. Ich machte mir etwas zu Essen und legte ein Coolpack drauf. In Ruhe war es dann wieder zufrieden, das Knie, beim Laufen jammerte es allerdings weiterhin. Ich machte mir Sorgen, ob ich übertrieben hätte, aber genau kann man das ja erst 1-2 Tage später sagen. Ich liess jedenfalls die Übungen ausfallen ... auch die neue Massage-Übung, der Wadlmuskel schmerzte eh schon ohne Berührung.
Am Abend gab es Schwesterle-Geburtstagsessen bei der besten Mama. Das war ein sehr netter Abend da oben, allerdings war ich danach auch froh, wieder daheim zu sein, denn das Bein war echt angestrengt.

Neuer Waldweg irgendwo hinter Kempten

Rückblick vom ‘Privatweg’ auf den Hof mit dem bellenden Hund

Tiefblick zum Öschlesee

Eiskaffee
Dieser Mittwoch war ein freier Tag für den besten Allgäuer von Allen, deswegen frühstückten wir gemütlich gemeinsam. Später trennten sich unsere Wege. Er ging auf eine größere Radrunde, ich hatte eine lange Therapiesession und eine Radrunde mit Baden im Navi.
Vorher aber las ich noch ein wenig im Internet. Als ich dann bald gehen musste und das Notebook zuklappte, machte es laut KNACK! Ich war so erschrocken, dass ich erst mal quiekte. Der Notebookdeckel liess sich nicht schliessen und bei genauerem Betrachten ist da wohl irgendwas im Scharnier gebrochen und die Ecke vom Deckel klafft nun auf. Maaaaann! Muss das denn sein?
Man kann das Notebook schliessen, wenn man erst das klaffende Scharnier schliesst und ich liess es halt erst mal liegen und radelte zur Therapie. Das war super. Es war wunderbar kühl und ich genoss die kalte Luft auf der Haut sehr.
Mittwochs arbeitet der S. nicht, deswegen hatte ich meine superlange Session (1 Stunde) bei einer Vertretung. Wie üblich gab es erst ausführlich Lymphdrainage (sehr angenehm) und dann Krankengymnastik und da wurde das zarte Mädchen, das so sanft mein Bein massiert hatte, unerwartet brutal. Sie massierte ein paar Muskeln und Sehnenansätze am Knie und streckte dann das Bein. Nicht sehr, nicht stark, aber unerbittlich. Das war anfangs OK, wurde dann unangenehm und fing dann an wirklich weh zu tun. Ich versuche ja wirklich, alles stoisch zu ertragen und nicht zu jammern, aber am Ende entfuhr mir dann doch ein Stöhnen. Zum Schluß bekam ich noch Eis aufs Knie.
Das Wetter war in der Stunde kein Stück besser geworden und lud nicht wirklich zum Baden ein. Ausserdem hatte ich das Gefühl, dem Bein täte nach der Mega-Session Ruhe gut und da war ja auch noch die Sache mit dem Notebook-Scharnier. Ich radelte also wieder heim (es war immer noch wunderbar kühl :-)).
Da legte ich Eis auf Knie, ‘reparierte’ das Scharnier behelfsmäßig mit Klebeband (sieht sch… aus und hält nur solala) und wurschtelte mich durch die Tiefen der Reparatur-Seiten des Verkäufers und des Herstellers von meinem Notebook. Es wird eingeschickt werden müssen. Nach Polen. Und das wird mindestens 2 Wochen dauern - ich rechne mal besser mit 4. Meh!
Nach längerem Hin- und Her-Überlegen: ich schicke das erst nächsten Freitag weg. Dann kann ich davor am Montag vor dem Doc-Besuch in München daheim arbeiten, nochmal eine Sicherung durchführen (die große Festplatte ist in München, das wird eh höchste Zeit!) und die Festplatten vor dem Verschicken ausbauen. Oder vielleicht auch nur die Datenfestplatte, die aber ganz bestimmt.
Damit war ich bis zum frühen Nachmittag beschäftigt. Das Knie hatte sich inzwischen einigermaßen erholt und ich machte meine Übungen. Der beste Allgäuer hatte sich gemeldet und seine Rückkehr für den späten Nachmittag angekündigt. Das Wetter war noch immer bedeckt und kühl und meine Lust auf eine Radrunde bewegte sich knapp über unterirdisch, also blieb ich einfach daheim :-)
Als der beste Allgäuer heim kam, jammerte er darüber, dass das Wetter jetzt zu kalt sei. Er habe beim Biken im Wald andauernd gefroren. Naja, wirklich warm war es wirklich nicht und wenn man nass geschwitzt irgendwo runter fährt ...
Mir egal, ich fand die Temperaturen super!
Inzwischen war die Sonne endlich rausgekommen und wir setzten uns gemütlich auf die Terrasse - in die Sonne! - zum Kaffee trinken und ratschen. Abends gab es Schweizer Wurstsalat und wir sassen weiter draussen herum, bis mir tatsächlich zu kalt wurde. Zu kalt, kaum zu glauben!

‘Reparierter’ Notebookdeckel
Mehr oder weniger jedenfalls. Nach einem Melonenfrühstück blieb ich erst am Rechner hängen (der beste Allgäuer von Allen ist schuld, denn wegen dem muss ich meinen Hörbüchern jetzt Bildchen verpassen - na, ich muss natürlich nicht, aber das sieht halt so viel besser aus, wenn ein Hörbuch auch optisch zu erkennen und zu unterscheiden ist), dann stand ein wenig Wäsche und Haushaltkram an und dann brachte ein Herr Post bestelltes Spielzeug.
Damit fielen alle heroischen Radl-Pläne Pläne erst mal um (wobei auch half, dass das Wetter nur solala war und neue Bikestrecken so langsam rar und die bekannten langweilig werden) und ich hatte eine nette Zeit mit dem neuen Handy und einer großartigen Musik-App (Musicolet, große Empfehlung), einer echt großen MicroSD, den neuen Hörbüchern und neuen Bluetooth-Knubbel-Kopfhörern. Ich machte aber immerhin gründlich meine Übungen.
Damit erübrigt sich meine Suche nach einem MP3-Player-Ersatz (mein guter alter Sansa Clip wird in nicht allzu langer Zeit das Zeitliche segnen, er bekommt immer mehr Macken und hängt sich immer öfter auf), denn so (App + Bluetooth-Kopfhörer) kann ich weiterhin jederzeit Hörbücher und Musik hören und schnell ab und anschalten und werde nicht mal mehr von Kabeln genervt.
Ja, das wäre mit dem alten Handy natürlich auch gegangen, aber da kam ich gar nicht auf die Idee, mit dem Handy Hörbücher zu hören, weil der entsprechende Test vor ein paar Jahren ganz und nicht zufriedenstellend verlaufen war. Nun hat aber der beste Allgäuer diese App aufgetrieben, die Playlists verwalten kann und sich merken kann, wo man in welcher Playlist stand und die überhaupt ganz viele ganz nette Features hat :-)
Ich muss meinen PayPal Account re-aktivieren, für diese App zahle ich gerne was. Freiwillig.
Und so war das ein Ruhetag mit viel Rumspielen, ein wenig Arbeit und am späten Nachmittag Therapie (wo man anfangs etwas verwirrt war, denn da bekommt neuerdings auch die beste Mama Therapie). Der S. machte erst mal Lymphdrainage, massierte an allerlei Sehnen und Muskelansätzen herum und arbeitete am Ende an der Streckung. Das war wie immer echt unangenehm, aber ich hatte am Abend tatsächlich das Gefühl, dass da nochmal was nachgegangen war. Minimal nur, aber merkbar :-) Irgendwann werde ich das Bein wieder strecken können!
Den Abend über sassen wir bei angenehmen Temperaturen im Garten. Es gab Kaffee und Musik aus der mobilen Box und wir erfreuten uns beide an den jeweils neuen Spielzeugen. Kann man auch mal machen :-)
Nach einem gemütlichen Frühstück aus Galia-Melone und Mango und viel Lesen, machte ich erst Wäsche (ich komme inzwischen mit Wäschekorb in den Dachboden rauf und runter, wenn auch holprig mit zwischendrin abstellen) und dann meine Übungen samt Standradlerei. Letzteres aber wirklich nur kurz zum Aufwärmen.
Dann hatte ich schon wieder/immer noch Hunger und machte mir ein sehr frühes Mittagessen aus Teilen des Gemüses, das eigentlich fürs sonntägliche Thai-Essen geplant gewesen war. Dann war ich total faul und lustlos und wäre am liebsten weiterhin auf der bequemen Couch im kühlen dunklen Wohnzimmer gelegen, aber von nix kommt nix, deswegen raffte ich mich auf und bereitete die nächste Radrunde vor. Schon recht lang und natürlich mit neuen Wegen.
Das war dann recht nett und mit mehr Höhenmetern, als ich so aus der Karte rausgelesen hatte, aber das Bein radelte fast sofort rund und problemlos und ich konnte auch moderat Kraft aufwenden, ohne dass das schmerzte. Hinter mir in den Bergen war es schwarz und sah arg gewittrig aus, aber bei mir ‘draussen’ war ein nettes Sonne-Wolken-Gemisch mit leichtem Wind und es war fast angenehm. Fast, denn heiss war es trotzdem.
Ich radelte auf kleinen Straßen und Feldwegen bis Altusried und zurück nach Krugzell und bog da auf den Illerradweg ab. Gliech am Anfang kommt ein Schild ‘Illerkiesbank’ und weil der Fluß so schön grün und kalt aussah, ging ich mit meinem Rad hinunter. Die Kiesbank ist auch eine Sandbank. Das sah toll aus. Ich zog die Schuhe aus und ging bis zum Ansatz der Radlhose ins kalte Illerwasser. Toll!
Der restliche Heimweg war schnell abgeradelt und war eigentlich angenehm kühl. Uneigentlich steht aber immer der ‘Berg’ vor dem Daheim und ich kam natürlich total verschwitzt zuhause an. Ich setzte mich mit Coolpack auf dem Knie ins dunkle kühle Wohnzimmer.
Und dann war schon wieder Zeit für den Therapie-Termin. Ganz kurz überlegte ich ob ich das Auto nehmen sollte - immerhin war ich ja schon relativ viel geradelt und ich soll ja auf allerkeinsten Fall übertreiben. Dann dachte ich an die Hitze und dass man das Auto irgendwo parken muss und nahm das Rad. Was sind schon 15 Kilometer und gut 50 Höhenmeter?
Mit dem S. sprach ich darüber, was ich gemacht hatte. Der Spaziergang am Sonntag, Radeln am Samstag und heute. Das sei anscheinend alles ganz OK, denn das Knie sei nicht ungebührlich geschwollen (stimmt, und es liess sich ja auch wirklich gut beugen beim Radeln).
Er findet Radeln besser als Laufen, denn beim Laufen braucht man kaum Muskeln (Echt?) und was mir fehlt, sind Muskeln (deswegen die Übungen machen!). Ohja, das stimmt. Und so lang ich keine Muskeln habe, geht das Laufen halt auch hart aufs Gelenk, anstatt weich von den Muckis abgefangen zu werden. Ich überdenke gerade meine Spaziergang-Strategie und ob die so schlau ist.
Als ich wieder daheim war, hatte ich dann gut 40 Kilometer und gut 200 Höhenmeter gemacht. Das ist doch schon mal nicht schlecht! Und das Knie war angestrengt aber nicht beleidigt :-)
Abends warteten wir auf die angekündigten Gewitter und die versprochene Abkühlung, aber das lies alles lang auf sich warten. Erst spät in der Nacht war es so weit.
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Einsamer Hof irgendwo im Hinterland

Nette Wald-Abfahrt nach Altusried

Kiesbank bei Krugzell