Nach einem frühen Frühstück sauste ich zum medizinischen Training. Ich hatte Glück und bekam gleich ein Rad und weil niemand wartete, radelte ich gleich mal 15 Minuten (10 Löcher, 80 Watt).
Direkt danach ging ich zur Beinpresse. Da wollte ich wieder 5 Züge nehmen (die Schwierigkeit bei diesem Gerät wird über Gummizüge eingestellt), weil das gestern geklappt hatte, aber das war für den Anfang zu viel. Beim zweiten Satz schaffte ich die 5 Züge dann aber :-)
Bei den therapeutischen Dehn- und Streck-Übungen war ich sehr freundich zu mir. Das soll nicht heissen, dass ich sie nicht ordentlich durchführte, sondern nur, dass ich nicht mit voller Gewalt streckte und beugte. Ich wollte das Bein ein wenig schonen.
Das war vermutlich auch nicht schlecht, denn beim Radeln danach schaffte ich die volle Kurbellänge! Zum ersten Mal! 10 Minuten mit 90 Watt und voller Kurbellänge, das war tatsächlich sowas wie ‘richtiges’ Training ;-)
Den Morgen über hatte ich überlegt, ob ich denn nun nochmal zum Wallberg fahren sollte oder eher nicht, denn der Himmel war bedeckt und es drohten Gewitter. Und die Frage, ob Krücken oder Bergstöcke hatte ich auch noch nicht abschliessend mit mir geklärt.
Zurück im Zimmer war dann aber klar: ich würde gehen. Lieber umdrehen oder nass werden, als es gar nicht erst probieren! Ich packte die warme Jacke, ein leichtes Hemd, etwas zu trinken, die Kirschen und die ‘geklaute’ Frühstückssemmel in den Rucksack, cremte mich vorsichtshalber ordentlich mit 50+ ein und ging zum Bus die Bergstöcke in der Hand und ohne Krücken!
Die Stöcke nutzte ich, sobald ich aus dem Haus war. An der Bahn stellte ich fest, dass ich tatsächlich Kurgast war (wie der Kassierer mir letztes Mal zugebilligt hatte), denn ich hatte ja die Gästekarte :-) Ich hinkte mit meinen Bergstöcken genügend (nicht absichtlich natürlich), um die Gondel wieder angehalten zu bekommen und wurde oben sogar erkannt und bekam die Gondel auch angehalten. Das sind echt nette Leute da an der Wallbergbahn!
Das Kapellchen liess ich diesmal aus und stakste mit meine Stöcken direkt den Fahrweg zu neuen Wallbergalm runter. Mein Ziel war ja der Hügel hinter der Alm. Der Weg war reichlich steil und geröllig und die Stöcke bieten auch bei gutem und gründlichen Einsatz (und ich habe ja auch wirklich Übung damit) nur teilweise die Unterstützung, die Krücken haben und so musste ich mir nach 3/4 des Abstiegs (vielleicht 120 Höhenmeter) eingestehen, dass ich das auf keinen Fall schaffen würde. Oder wenn, dann hätte ich mir irgendwas ruiniert.
Da sich in absehbarer Strecke kein nettes Plätzchen (wichtigstes Kriterium: Gras und bequem) fand, drehte ich direkt wieder um und stieg zurück hinauf zur Bahnstation. Ganz kurz betrachtete ich das Plätzchen von letztem Mal auf dem Weg zum Wallberggipfel, aber ich dachte, dass nach dem vorigen Abstieg auch der Abstieg dann stressig werden würde und setzte mich halt direkt in die Mitte der Wiese an der Wallbergstation. Da laufen vorn und hinten Leute vorbei, aber es ist bequem und wenn man die Augen schliesst und Musik in den Ohren hat, dann spielt das keine Rolle.
Da blieb ich dann eine gute Weile und sonnte mich in der diesigen Halb-Sonne. Im Westen wurde es immer dunkler und auch meine Halb-Sonne wurde immer weniger, deswegen ging ich irgendwann. Auf dem Runterweg war der nette Seilbahnmann mit einer Familie mit Kinderwagen beschäftigt, deswegen hüpfte ich ohne Beistand in eine Gondel. Das klappte prima :-)
Unten bekam ich aber einen kleinen Stopp und das war nett, denn rauskrabbeln ist anspruchsvoller als reinkrabbeln ;-)
Zurück in der Rehaklinik brauchte das Knie ein Coolpack und Ruhe. Später ging ich runter ins Cafe, um da einen Eiskaffee zu geniessen. Ich wäre ja gern allein im Schatten gesessen und hätte dazu gelesen, aber es war proppenvoll und an einem halbschattigen Tisch sassen Katharina und Julia, also setzte ich mich dazu. Natürlich kam gerade da die Sonne raus und es wurde richtig heiss. Ich blieb also nicht lang.
Nach dem Abendessen ging ich hoch, stellte die Krücken ab und wollte noch schnell Eis holen (die Coolpacks wurden nicht schnell genug kalt). Ohne Krücken, war ja nicht weit. Erst scheiterte ich an der Treppe (ohne Stützen runter ist noch völlig ausser jeder Frage), dann war die Eismaschine kaputt und ich musste quer durch die Klinik laufen, um bei der zweiten Eismaschine eine Tüte zu holen. Hochwärts nahm ich die Treppe, aber ohne Stützen ist das eher Gewürge als Treppensteigen. Da ist noch deutlich Luft nach oben! Immerhin ging das Laufen ganz gut, wenn auch entschieden unrund.

Die Wallbergbahn bei nicht ganz so schönem Wetter

Das eventuelle Ziel (der Hügel hinter der Kapelle)

Abbruch

Abfahrt
Das Bein war in der Früh steifer und empfindlicher als üblich (die ersten Schritte in der Früh sind immer anspruchsvoll). Der Edekaspaziergang fast ohne war vielleicht etwas ambitioniert gewesen?
Frühes Frühstück mit gemütlichem Lesen, dann sauste ich direkt zum medizinischen Training. Da hatte sich das Bein dann schon wieder ziemlich erholt. Beim Radeln waren 10 Löcher mit 70 Watt gar kein Problem :-)
Nach dem Training ging ich ins Schwimmbad, schwamm 600 Meter und machte meine Übungen. Beim Ausradeln danach gingen wieder nur 9 Löcher, das Schwimmen ist anscheinend irgendwie stressig für’s Knie.
Ich ging hoch zum Duschen und legte ein Coolpack aufs Bein und mich ins Bett um auszuruhen. Der beste Allgäuer von Allen schickte früher als erwartet (eigentlich nicht, aber ich hatte mich verrechnet), deswegen antwortete ich auf die ‘Bin da!’ SMS, er solle direkt hoch kommen, ich musste mich erst mal fertig anziehen. Dann ging ich ihm ohne Krücken entgegen :-)
Wir gingen rüber ins Freibad (wieder mit Krücken), wo wir erst einen Kaffee tranken und uns dann auf die Wiese legten. Eigentlich hatte das ja ein superschöner Tag werden sollen, aber es zogen Wolken auf, so dass das eher Rumliegen als Sonnen war. Die Narbe schmierte ich trotzdem dick mit 50+ ein.
Als uns wegen des Windes kühl wurde, gingen wir rüber ins Klinik-Cafe und tranken dort Kaffee mit Kuchen. Ich nahm wieder den tollen Eiskaffee. Zum Abschluss gingen wir nochmal am Bach um die Klinik herum und gingen dann hoch aufs Zimmer. Und dann war der Besuch auch schon wieder vorbei.
Ich legte nochmal ein Coolpack aufs Knie und ging dann ohne Stöcke zum Haupteingang hinaus und mit Bergstöcken (die ich mir hatte mitbringen lassen) am Bach runter ums Klinikum. Und das ging wirklich gut! :-)))
Die Spitzen der Bergstöcke halten auf dem Kies natürlich viel besser als die Gummistöpsel der Krücken, dafür bieten sie auch viel weniger Stütze. Man kann sich darauf nicht wirklich ausruhen. Als Geh-Test war das ein voller Erfolg.
Nach dem Abendessen ging ich raus auf die Terrasse, wo Thomas seinen letzten Abend feierte. Die Runde spielte ‘Arschloch’ ein mir unbekanntes Kartenspiel, das aber ganz witzig zu sein scheint. Julia und ich schauten aber nur zu. Ich trank einen Kaffee und bekam zum Abschluß einen Schnaps, den es nicht wirklich gebraucht hätte. Als es dämmerte, ging ich hoch.
Der Vormittag war voll, allerdings machte ich mir den selber stressig. Frühes Frühstück, dann Wassergymnastik um 8. Ich ging direkt danach zum medizinischen Training (auf dem Rad 10 Löcher mit 70 Watt).
Als ich fertig war, fragte ich nach der Schwimmbadbelegung und da war gerade frei. Ich sauste also rüber und schwamm 600 Meter und machte meine Wasserübungen. Schwimmen stresst das Knie ein bisserl, obwohl ich die Wenden ohne das rechte Bein mache. Ich vermute, dass der Kraulbeinschlag zur Streckung beiträgt und dass das Knie deswegen hinterher ein wenig jammert. Wenn das mit der Streckung so wäre, wäre das gut, ich schwimme aber vor allem, weil ich das schön finde. Ich ging zum Ausgleich nochmal Radeln. Mit 10 Löchern und das ging gut.
Danach war dann Duschen und ausgiebig Haare waschen mit Spülung und allem Gedöns angesagt, irgendwann muss das Chlor ja wieder raus. Die Narbe creme ich ja täglich mit Bepanthen, diesmal cremte ich auch mich ganz, was ich wirklich nicht oft tue.
Dann ging ich Mittagessen und direkt danach wieder hoch, um das Knie zu kühlen. Das war bis jetzt zu kurz gekommen. Da war ich schon recht müde und ich stellte mir vorsichtshalber einen Wecker, um nicht den Nachmittag zu verschlafen. War dann doch nicht nötig.
Nach einer guten Stunde raffte ich mich auf und marschierte zum Edeka, um wichtige Dinge (Seife, Zahnpasta) einzukaufen. Erdbeeren und Kirschen nahm ich auch mit :-) Und eine Schachtel Schokokekse sprang auch in den Einkaufswagen. Schlimm.
Ich ging den ganze Weg am Bach entlang mit den Stöcken verkehrt herum (so kann man sie nur eingeschränkt nutzen) und einigermaßen zügig (wobei zügig natürlich relativ ist). Das ging recht gut, auch wenn das Bein hin und wieder bei unerwarteten Stellen kurz wegknickte. Aber dafür hatte ich ja die Stützen.
Am Rückweg merkte ich dann aber schon, dass das arg fordernd war und war froh, als ich wieder in der Klinik war. Die Treppe ging ich trotzdem!
Mit einem Coolpack auf dem Knie ass ich dann Erdbeeren und las Internet. Schokokekse fanden mysteriöserweise auch ihren Weg zu meinem gemütlichen Platz.
Vor dem Abendessen wurde das Wetter schön (der Tag war eigentlich bedeckt) und ich ging nochmal runter zum See, Bayrische Seenschiffahrt-Schiffle und Landschaft gucken. Nach dem Abendessen war ich müde, also ging ich hoch und hatte einen gemütlichen Abend.
Frühes Frühstück, dann Wärme. Die kurze Pause danach nutzte ich zum Radeln und da gingen 10 Löcher mit 70 Watt ohne Probleme :-) Danach war Wassergymnastik, die alles in allem eher langweilig war.
Eine Übung war aber doch neu und gut: von einem Bein auf andere hüpfen. An Land ist sowas noch völlig undenkbar, im Wasser geht es aber und das Besondere daran ist, dass sich das Bein plötzlich ganz normal anfühlt. So als wäre nie was damit passiert. Der Muskel arbeitet wie er soll, das Bein federt, wie es soll, das ist ein sehr ungewohntes Gefühl. Ein bisserl fordernd ist es auch, das geht noch nicht allzu lang am Stück.
Danach hatte ich eine längere Pause. Als erstes ging ich zur Rezeption und verlängerte das teure Internet. Soviel Luxus muss noch immer sein. Dann marschierte ich zum Haupteingang raus und am Söllbach runter zum See. Sehr konzentriert und mit den Stützen locker und verkehrt herum in der Hand. Ganz ‘ohne’ ist das noch nicht, aber wenn man sie so hält, benutzt man sie nur minimal. Und das ging wirklich gut! Nur an den Steilstücken an den beiden Brücken nahm ich die Stützen richtig, davor hatte ich noch ordentlich Respekt.
Danach legte ich mich auf eine der Liegen im Garten und hörte Musik. Die Narbe schmierte ich dick mit Sonnencreme ein. Erst lag ich im Halbschatten, aber da war es dann doch recht kühl und ich zog in die Sonne um.
Bei der Motorschiene liess ich wieder 110 Grad einstellen und das ging wieder sehr gut. Danach war Mittagessen, bei dem ich wie beim Frühstück völlig allein war. Für Ute und Nadine gibt es vermutlich bis nach Pfingsten keinen Ersatz (Reha-mäßig ist da ja nichts los) und Hedi hat einen völlig anderen Rhythmus. Ich mag das gern, gemütlich essen und dabei lesen (auf dem Handy, das geht erstaunlich gut und die Kindle-App ist eh großartig, nie wieder nix zu lesen!).
Weil sowohl Radeln als auch Motorschiene so gut gelaufen waren, hatte ich mittags beschlossen, nun immer Treppen zu steigen. Das Treppensteigen klappte zwar nicht immer gleich gut (das Bein hoch genug heben, bzw. beim Absteigen von der oberen Treppe zu heben, ist gelegentich schwierig), aber irgendwann muss man ja anfangen. Ich stieg ins Kellergeschoß zum Schwimmbad.
Mit vollem Bauch schwimme ich eigentlich nicht gern, aber die Aussicht auf ein leeres Schwimmbad war zu verlockend. Ich kraulte 500 Meter und machte dann meine Übungen. Wasser ist einfach toll.
Das medizinische Training hängte ich direkt dran, auch wenn die Haare noch tropften. Egal, es war eh so warm, da konnte etwas Kühlung nicht schaden. Dann endlich ging ich hoch - über die Treppe vom Keller in den 2. Stock - und stellte fest, dass mein Zimmerschlüssel nicht mehr funktionierte.
Ja klar, dem Schlüssel muss die Verlängerung auch mitgeteilt werden. ich ging also zur Rezeption (mit dem Aufzug, da war ich dann einfach zu faul) und liess den Schlüssel auch verlängern. Dann endlich Pause mit Coolpack auf dem hochgelegten Bein.
Am späten Nachmittag ging ich erst auf eine Schattenliege in den Klinikgarten und dann noch auf einen Eiskaffee ins Cafe runter. Draussen war so schönes Wetter, da kam es mir wie Verschwendung vor, drinnen zu bleiben. Und natürlich war beides schön.
Nach dem Abendessen war mir noch nach draussen sitzen und weil ich die Jungspundgruppe nirgends sah, machte ich etwas, was ich noch nie getan habe: ich setzte mich an einen Tisch wo Leute sassen, mit denen ich bisher nur freundliche Grüße getauscht habe. Das klappte erstaunlich gut, es waren nette Menschen und wir unterhielten uns gut. Die eine Dame war großartig sarkastisch, was in allerlei Lachsalven endete.
Das klappte erstaunlich gut, vielleicht sollte ich sowas öfters wagen?

Sonnen im Klinikgarten
Der Tag begann mit einem Vortrag um 8, ‘Schmerzbewältigung’. Es ging darum, welche psychologischen Faktoren Schmerz begünstigen und welche helfen. Ich habe die Details vergessen, aber wie immer spielt die innere Haltung eine Rolle. ‘Katastrophisierer’ (schönes Wort der Vortragenden) fahren bei Schmerz schlechter als positive Menschen.
Vor der Wärme ging ich auf Rad und schaffte da problemlos 15 Minuten lang 10 Löcher mit 70 Watt. Es fühlte sich gut an :-)
Nach der Wärme war war Arztvisite. Diesmal wurde der junge Arzt von der Stationsärztin begleitet. Ich bat um eine Knochendichtemessung, weil mich de Osteporose-Vortrag doch beeindruckt hatte. Sie wurde mir zugesagt.
Die beiden Ärzte waren natürlich wieder spät dran gewesen und ich hetzte zur Motorschiene, wo ich etwas verspätet ankam. Da macht da aber wenig, weil eh immer fliegender Wechsel ist. Ich nahm mutig 110 Grad und das ging von den ersten beiden stressigen Beugungen abgesehen echt gut.
Danach war Krankengymnastik. Davor fürchte ich mich ja immer ein bisserl, aber die Therapeutin war diesmal fast freundlich zu mir. Natürlich wurde das Bein am Ende wieder gestreckt, aber es war weniger schmerzhaft als letztes Mal. Das Knie war danach natürlich trotzdem beleidigt, was ich direkt beim Loskrücken merkte.
Beim Mittagessen war noch kein Ersatz für Ute am Tisch. Nadine und ich ratschten noch ein wenig. Inzwischen wusste sie auch schon, wann sie abgeholt werden würde. Da wollte ich dann nochmal in die Empfangshalle kommen.
Ich hatte nochmal etwas Zeit und nutzte die zum Radeln. 10 Löcher verweigerte das Knie, 9 gingen grad so. Ich hängte noch die Kraftübungen dran und ging dann zum Lymphamat, wo ich inzwischen etwas mehr Druck bekomme. Ich hoffe, das bringt was, ich finde es jedenfalls sehr angenehm.
Das Knie brauchte Pause und ich ging hoch, um es zu kühlen und mich auszuruhen. Da fand ich den Anamnese-Bogen für die eKnochendichtemessung, den ich ausfüllen und unten abgeben sollte. Das war schnell gegangen! Ich stellte mir vorsichtshalber einen Wecker und brauchte den auch, um rechtzeitig zum Cryojet gehen zu können. Der war wie immer total angenehm.
Danach warf ich einen Blick ins Schwimmbad. Es sah so aus, als sei gerade keine Gruppe drin, also nutzte ich die Gelegenheit, schwamm ein wenig und machte meine Übungen. Im Wasser war das Knie zufrieden, draussen jammerte es weiter rum.
Aber ich musste noch mein medizinisches Training machen und ging rüber ins Bewegungscenter. Ich war aber nett zu mir, radelte gemütlich mit 8 Löchern und ging nirgends an die Grenze. Bewegung und die Übungen sind wichtig, aber quälen soll man sich ja auch nicht.
Als ich fertig war, ging ich hoch, aber Nadine schien noch nicht da zu sein. Das gab mir Zeit, mich umzuziehen. Als ich danach wieder runter ging, stellte ich fest, dass Nadine doch da gewesen war, ich hatte sie nur nicht gesehen. Katharina, Julia und Josef waren auch da und warteten mit Nadine auf ihren Mann, der sie abholen würde. Es war nochmal sehr nett, zusammen zu sitzen.
Wir anderen sassen noch ein wenig länger zusammen, als Nadine gegangen war, dann lösten wir uns auf. Die anderen gingen direkt zum Abendessen, ich ging nochmal hoch für eine Katzenwäsche nach dem viele Chlor und ging dann auch zum Abendessen.
Danach ging ich hoch und hatte einen geruhsamen Abend.
In der Früh war das Bein wieder etwas steif, aber das gab sich bald. Vor dem Frühstück sollte ich zum Wiegen kommen, ‘Abschlüßgewicht’. Nach dem Frühstück war ein Vortrag ‘Bewältigungsstrategien’. Da ging es um Stress, aber der Vortrag war leider ziemlich langweilig.
Danach war die erste ‘richtige’ Pilates-Stunde und ich glaube, damit kann ich mich anfreunden. Natürlich macht man hier nur wenige einfache Übungen, aber selbst die waren am Ende anstrengend.
Direkt danach bekam ich die verschobene manuelle Lymphdrainage bei einer jungen Therapeutin, die das sehr gut machte. Nett fand ich, dass sie zwischendrin ein wenig erklärte. Die knappe halbe Stunde danach überbrückte ich auf dem Bike (9 Löcher, 60 Watt, 15 Minuten), dann war der Vortrag ‘Gesundheitsbildung’. Da ging es um Sucht. Ich lernte nicht viel Neues, aber der Vortrag war trotzdem sehr gut.
Während ich danach auf den Hydrojet wartete, zeigte mir ein Mitpatient Bilder von einem Buntsprechtnest im Klinikgarten. Total nett, da guckte ein kleiner Specht aus einem Loch im Baum.
Beim Hydrojet konnte ich mich nicht mehr erinnern, wie stark der Jet das letzte Mal gewesen war. Der Therapeut stellte 75 (Prozent?) ein und ich meinte, das dürfe gern mehr sein. ‘Volle Kanne?’, fragte er. Ich bejahte das und das war genau richtig. Der harte Wasserstrahl massierte meine Rückseite rauf und runter, es war wunderbar. Ich konnte auch besser liegen als bei letzten Mal, aber so ganz problemlos kann ich noch immer nicht auf dem Rücken liegen.
Total tiefenentspannt ging ich vor dem Mittagessen nochmal aufs Rad und war mutig: 10 Löcher. Und das ging prima. 15 Minuten mit 70 Watt :-) Dann machte ich noch die Kraftübungen des medizinischen Trainings und ging zum Mittagessen.
Das Mittagessen musste ich kurz halten, denn auf meinem Plan stand trotz der Verlängerung noch immer ‘Abschlußuntersuchung’ beim Stationsarzt. Ich hatte das seltsam gefunden und immer drauf gewartet, dass das gestrichen würde. Ich wartete lang und schließlich kam der Arzt. Er war total erstaunt mich zu sehen, weil er mich ja grad verlängert hatte und entschuldigte sich. Der Termin hätte verschoben werden sollen. Naja, ein verkürztes Mittagessen und ein bisserl warten sind soooo schlimm auch nicht. Ich werde aber drauf achten, ob die Abschlußuntersuchung nächste Woche tatsächlich im Terminplan steht.
So hatte ich aber gut Zeit zur Motorschiene zu kommen, ich hatte mir schon wieder Sorgen gemacht. Ich liess mir wieder 105 Grad einstellen und das ging von Anfang bis Ende gut. Nächstes Mal versuche ich 110 Grad! Der Herr neben mir wollte 80 Grad, die Therapeutin überredete ihn aber zu 85 Grad. Das führte dazu, dass er bei jeder Beugung den Schmerz wegatmete. Es hörte sich wirklich so an, als läge er in den Wehen. Das ist eigentlich natürlich nicht lustig, aber uneigentlich natürlich schon.
Danach sauste ich runter zur Elektrotherapie und hängte direkt das medizinische Training dran. Bei den Beugungsübungen stacht es gelegentlich noch immer, aber seltener.
Die Pause danach nutzte ich zum Duschen und Knie kühlen, um auf die Gangschule vorbereitet zu sein. Bei der versuchte ich dann, die Stützen so wenig wie möglich zu nutzen, was weitgehend gut klappte. Mein größtes Problem ist derzeit noch, das Bein gebeugt zu heben oder anzufersen. Das tut weh, die vielen Grade auf der Motorschiene und die Kurbellöcher beim Radl hin oder her. Das ist auch das, was mich momentan vom Treppen steigen abhält. Die Beugung, die man da braucht, bekomme ich in der Bewegung gerade so nicht hin. Doof.
Nach der fordernden Gehschule radelte ich nochmal 15 Minuten locker (8 Löcher, 60 Watt) und ging dann zum Osteporose-Vortrag. Da glaube ich eigentlich, nicht gefährdet zu sein, aber der Diät-Assistent brachte üerzeugend rüber, dass man das nicht wissen kann und besser mal die Knochendichte messen lässt. Schaumermal, ob ich das bei der Visite in den Terminplan bekomme.
Dann kam ich zum ersten Mal an diesem Tag raus und legte mich erst gemütliich auf eine der Liegen im Schatten und gönnte mir dann noch einen Cappucchino. Das war sehr schön und sehr gemütlich :-)
Nach dem Abendessen gab es Nadines Abschiedsfeier im nahe gelegenen Freibad (kein Becken, das ist nur eine Liegewiese am See). Das war ganz nett, aber eigentlich waren mir da zu viele Leute. So was Kleines, Feines wie bei Utes Abschied ist eher auf meiner Linie. Ab dem nächsten Tag wäre dann also die nette Damenrunde komplett aufgelöst. Traurig.
Ich harre gespannt der beiden Neuen am Tisch.

Abendstimmung am Freibad
Wieder frühes Frühstück, weil der erste Termin schon um 8 war. ‘Fußdynamik’. Das war diesmal etwas langweilig, weil wir nur die einfachen Dinge machten. Schade.
Danach wäre eigentlich manualle Lymphdrainage gewesen, aber die wurde mir im letzte Moment gestrichen und am nächsten Tag einngefügt. Sehr schade, denn an diesm Tag wäre der Therapeut von der ersten Lymphdrainage dran gewesen, der hatte das super gemacht.
Ich ging hoch und sagte all die Physio-Termine in München ab, die ich im Vorfeld schon ausgemacht hatte. Nach München würde ich so schnell nicht kommen. Danach war Motorschiene und ich nahm wieder 105 Grad. Das ging anfangs zäh und am Ende gut. als ich dan auf dem Handy schauen wollte, was und wann der nächste Termin sein würde, war kein Therapieplan auf dem Handy. Das war schon mal, ich tippe auf Serverprobleme. Ich hastete aufs Zimmer, um auf den Papierplan zu gucken und verbrachte die nächsten 20 Minuten halt da.
Das Schlingentraining ging wieder ein Stück besser als beim letzten Mal, aber mein Oberschenkel verkrampfte noch immer etwas und brauchte zwischendurch Pause. Sonst war das aber wieder super und ich hoffe, ich bekomme das nächste Woche nochmal.
Der Plan war dann gewesen, direkt Schwimmen zu gehen, aber um elf war da noch eine Gruppe drin. Ich stieg aufs Rad (kurzer Versuch mit 10 Löchern, dann 9 Löcher, 15 Minuten, 70 Watt) und machte einen Teil des Beintrainings. Als ich kurz nach halb zwölf wieder ins Bad sah, packte die Gruppe gerade zusammen und es war keine neue Gruppe in Sicht :-)
Ich schwamm wieder 500 Meter und machte noch meine Wasserübungen. Zum Mittagessen kam ich günstig, denn die Schlangen waren kurz. Danach sauste ich hoch, denn ich hatte das sozialmedizinische Gespräch mit dem Arzt.
Da redet man drüber wie es mit der Anschluß-Reha laufen soll. Die Deutsche Rentenversicherung hat dazu 6-monatige Programme in ausgewählten ambulanten Reha-Zentren, an denen man teilnehmen kann. Da ist dann halt alles auf einem Fleck: Therapie, Training, Lymphdrainage, usw. Alternativ kann man sich von seinem Arzt so viele Rezepte holen, wie man eben braucht und die Therapien in Reha-Praxen seiner Wahl durchführen. Das ist alles sehr ähnlich, man muss sich halt nur mehr kümmern.
Für mich kommt nur die 2. Variante in Frage, weil ich einen Teil der ambulanten Reha in Kempten machen werde und den zweiten Teil in München. Das geht mit dem Programm nicht.
Danach war Zeit für das verschobene medizinische Training. Diesmal machte ich auch die Streckungs-Übungen wieder. Die gingen ganz gut, dafür machten die Beugungs-Übungen Probleme. Am Ende der Beugungsübung mit dem Ball, stach es im Knie. Mitten drin, da wo eigentlich nur Prothese sein kann. Meh. Ich hielt mich an die Therapeuten: wenn es schmerzt, aufhören. Blöd ist das, man macht sich da schon Gedanken. Das restliche Training lief gut.
Danach war Cryojet, der wieder sehr sehr gut tat, und ich hatte endlich Pause. Ich ging aufs Zimmer, legte ein Coolpack aufs Knie und schlief fast vor dem Fernseher ein. Das schöne Wetter draußen liess ich durch die weit geöffnete Balkontür rein.
Der Vortrag ‘Ernährung und Vitamine’ war ganz informativ und gut gemacht. Danach ging ich ins Aussencafe, setzte mich in den Schatten und gönnte mir ein kühles alkoholfreies Weißbier. Da sass ich eine Stunde, las mein Buch, whatsappte mit der Famile und telefonierte mit Nico, der Patientin, die kürzlich heim gegangen war und bei der bald eine weitere OP anstand.
Nach dem Abendessen setzten wir uns auf die Terrasse, um den Abschied von Ute zu feiern, die nächste Tischdame, die gehen würde. Das war ein sehr sehr netter Abend. Es tut mir sehr leid, dass sich der nette Tisch nun auflöst.

Pause auf der Terrasse
Nach dem Aufstehen war das Bein steif und empfindlich, auf dem Weg zum Frühstück war ordentlich gehen schwierig. Der Ausflug zum Wallberg war vielleicht doch keine gute Idee gewesen?
Ich ging wieder früh zum Frühstück, obwohl der erste Termin erst um 9 war. Aber ich wollte einen guten Teil des Trainings schon in der Früh hinter mich bringen, um mir Nachmittags eine Pause zu schaffen. Ein weiterer Vorteil war, dass es morgens im Bewegungscenter noch kühl ist.
Nach dem Frühstück war das Bein aber viel besser und ich fühlte mich wirklich gut. Ich startete mit 9 Löchern auf dem Rad und weil das so gut ging, probierte ich 10 - die volle Kurbellänge! - und das ging wunderbar. Ich musste sogar auf 70 Watt erhöhen, um nicht ins Leere zu treten. Das war super!
Nach dem halben Training war ‘Pilates’ Einführung. Wir machten da noch nicht viel, es ging nur darum, was man wissen muss, um ‘richtig’ Pilates zu machen. Das könnte eine schöne Ergänzung zum medizinischen Training werden.
Danach ging ich hoch, um auf die Ärztin-Visite zu warten. Es wurde eine Arzt-Visite, weil schon wieder ein Vertretungs-Arzt kam. Er hatte eine Dreiviertelstunde Verspätung, das machte mich ziemlich nervös, denn ich wollte/musste mit ihm über die Verlängerung sprechen. Er sei unterwegs, sagte man mir im Schwesternzimmer, und so riskierte ich halt den nächsten Termin.
Als er endlich kam, sprachen wir über eine Verlängerung und er war sehr dafür. Ich hatte die letzte Woche ja damit gehadert, ob ich das will oder nicht (es ist ja auch Pfingsten dazwischen, ein ‘verlorener’ Montag). Mal war ich dafür, mal dachte ich, den Kram kriege ich auch allein gebacken, aber am Ende siegte doch die Vernunft. Eine so gute Betreuung wie hier bekomme ich nie wieder. Also Verlängerung!
Die Damen bei der Schmerztherapie hatten mich schon als AWOL eingetragen, es war aber noch eine Kabine frei und so bekam ich den Strom auf die Lendenwirbelsäulenmuskeln trotz meiner Verspätung.
Dann ging ich zum Mittagessen und direkt danach ins Schwimmbad, wo ich 500 Meter kraulte und meine Beinübungen machte. Ich hatte das eigentlich vor dem Mittagessen machen wollen, aber wegen der Verspätung wäre sich das alles nicht mehr ausgegangen. Ich verausgabte mich einfach nicht sehr, da ging das schon mit dem vollen Magen.
Danach war endlich wieder Krankengymnastik und wie ich insgeheim befürchtet hatte, war sie schrecklich. Schrecklich gut natürlich! Erst kam wieder der nette einlullende Teil mit Massieren und Ausstreichen und dann ging es ans Strecken und ... Aua! Ich musste mich wieder bäuchlings auf die Liege legen, ein Kissen unter dem Knie und der Unterschenkel hing frei. Natürlich stützte die Therapeutin den Unterschenkel, aber sie drückte ihn langsam und unerbittlich nach unten, dabei massierte sie in der Kniekehle herum und stellte meinen Fuß immer weiter an. Das fing alles ganz erträglich an, aber am Ende war es wieder wirklich schmerzhaft.
Und das Knie nahm mir die Behandlung auch übel. Es war heiss und unwohl. Bei der Motorschiene kurz danach liess ich mir nur 100 Grad einstellen, ich wollte dem Knie nicht gleich wieder Unangenehmes zumuten. Und das war auch gut so, denn die 100 Grad gingen gut und bequem, mir tat fast nichts weh.
Danach ging ich erst mal aufs Zimmer, um mir Eis aufs Bein zu legen. Das war gut, denn die Damen vom Lymphamat riefen an, ob ich vielleicht früher Zeit hätte. Hatte ich, auch wenn ich das medizinische Training dafür in 2 Teile teilen musste. Den Termin um halb sechs hatte ich eh ungeschickt gefunden.
Ich ging also ins Bewegungscenter, radelte etwas (8 Löcher, 50 Watt, das Knie jammerte erbärmlich) und machte die wichtigsten Übungen. Streckung liess ich aus, das hatte ich an dem Tag schon zur Genüge gehabt. Dann ging ich zum Lymphamat und direkt zur Wassergymnastik. Die war gut, kühles Wasser rund ums Knie, kaum Belastung und die Übungen liefen auch gut.
Als ich danach aus dem Wasser stieg, war dem Bein aber nach wie vor unwohl. Ich strich einfach die restlichen MTT Übungen (waren eh nicht mehr viele und die Therapeuten betonen ja eh dass man auf den Körper hören soll) und ging aufs Zimmer, um weiter zu kühlen und zu entspannen. Auf dem Bett mit leicht gebeugten Bein (ich brachte es nicht über mich, weiter Streckung zu üben) und Coolpack auf dem Knie fühlte ich mich wohl, alles andere war anstrengend.
Entsprechend ‘unrund’ ging ich auch zum Abendessen. Frei gehen probierte ich nicht mal. Zum ‘Spieleabend’ später auf der Terrasse ging ich trotzdem. Nett beineinander sitzen und Eiskaffee trinken war Verlockung genug. Die einen spielten irgendein Kartenspiel, auf meiner Seite wurde ein ‘Looping Louie’ oder so ähnlich Spiel aufgebaut, wo man einen betrunkenen Piloten dazu bringen muss, die eigenen ‘Hühner’, also Chips, nicht über den Haufen zu fliegen, indem man zur rechten Zeit auf einen Hebel drückt. Genau das Richtige für mich Reaktions-Schlaftablette ;-) Erstaunlicherweise gewann ich trotzdem einmal.
Ich ging früh zum Frühstück, denn ich hatte viel vor. Etwas verschämt machte ich mir eine Extra-Semmel mit Schinken und Käse und packte sie samt Serviette in meinen Rucksack, den ich genau zu diesem Zweck mitgenommen hatte ;-)
Die Semmel parkte ich im Kühlschrank bei den Kirschen und ging dann erst mal gründlich trainieren. In letzter Zeit habe ich eigentlich keine Zeit mehr für die Extra-Übungen für den Oberkörper, heute ließ ich sie bewusst weg, denn ich wollte nochmal das Knie kühlen, bevor ich startete.
Der Bus fuhr um 10:20h. Ich war - natürlich - um 10:05h da und stand mir erst mal die Beine in den Bauch. Auf dem Bus stand ganz unerwartet ‘Wallbergbahn’, dabei hatte die DB Navigator App behauptet, ich müsse umsteigen. Der Busfahrer meinte, einfach sitzen bleiben, er würde nur eine Runde durch Rottach-Egern drehen und dann wieder an der Umsteige-Haltestelle vorbei fahren. Folglich stiegen dort all die Leute wieder ein, die da kurz vorher erst ausgestiegen waren.
An der Wallbergbahn erwarteten mich erst mal viele Treppen. Schon klar, an einer Bergbahn macht man keine Aufzüge hin. Der Kassenmensch meinte auf meine Frage, ob es Ermäßigung für Reha-Patienten gäbe, er könne mich als Kurgast behandeln. Fand ich prima, aber ich habe nicht nachgeschaut, ob das dann auch tatsächlich eine Ermäßigung gab ;-)
Als ich die Treppen zur Bahn hinter mir hatte, erwartete mich die erste Hürde: Einsteigen in die fahrende Seilbahngondel. Ähem! Das hatte ich total übersehen, dass Seilbahnen tatsächlich aus beweglichen Teilen bestehen! Aber der nette Einstiegshelfer hielt mir die Kabine kurz an, so dass ich problemlos einsteigen konnte. Puh!
Den Weg hinauf überlegte ich mir Strategien, wie ich oben wieder aus der Gondel rauskommen könnte, ohne mir oder dem Bein zu schaden. Es war ganz einfach :-) Da oben war nämlich auch ein Helfer, der die Kabine kurz anhielt. Super! Im Nachhinein: da fahren so viele Leute rauf, die deutlich schlechter zu Fuß sind als ich mit den Krücken, dass es kein Wunder ist, dass man Strategien für Fußlahme hat.
Oben hat es natürlich auch haufenweise Treppen und zum Klo muss man dann nochmal eine Extra-Treppe runter und rauf. Was prinzipiell kein Problem ist, Treppen kann ich, ich bin halt bloß sehr langsam. Ich erntete allerlei mitleidige und seltsame Blicke, das war mir aber sowas von egal.
Als ich aus dem Seilbahnhäusl/Restaurant trat, blieb mir erst mal fast der Atem weg. Berge, Berge, Berge, so weit das Auge reichte. Und noch massig Schnee, Lawinen und Schneebretter in der näheren und ferneren Umgebung eingeschlossen. Hach! Ich glaube, ich hatte schon etwas Entzug, selbst mit der Klinik am Tegernsee ;-)
Ich ging erst mal zur Kapelle vor und schaute mir die Gegend dort von einer Bank aus an. Vor mir war der scharfe Grat, über den wir vor 2 1/2 Jahren bei der SAN Weihnachtsfeier gekraxelt waren. Nett!
Auf der anderen Seite der Seilbahn war der Wallberg-Gipfel. Das war nicht weit, vielleicht 150 Höhenmeter, aber natürlich für mich völlig unschaffbar. Ich ging trotzdem mal in die Richtung, denn da führte ein breiter Forstweg hin. Der war erst gemütlich und wurde dann ziemlich steil.
Hochzugehen war aber gar kein Problem. Ich testete kurz, wie runtergehen war und ging dann weiter. Bis zum Ende des breiten Wegs. Da war dann wirklich Schluß, denn der Bergweg ging umgehend in Felsen über und da wieder runter zu krücken wäre sicherlich schief gegangen.
Ich ging stattdessen seitlich in eine steile Wiese, suchte mir ein schönes Plätzchen und machte da Brotzeit mit meiner ‘geklauten’ Semmel und den Kirschen. Ganz bequem war es nicht, aber ich lag trotzdem lang in der Wiese rum, des Gefühls wegen. Draussen! Oben!
Der Runterweg war anspruchsvoll, steil und steinig. Ich ging entsprechend vorsichtig und kam ohne Zwischenfall wieder bei der Bahn an. Dort setzte ich mich nochmal auf eine Bank, aber so langsam war es Zeit wieder zu gehen. Das Bein jammerte rum und wollte Eis. Ich fuhr also wieder runter und mit dem Bus zurück.
In der Klinik ging ich erst mal duschen und legte mich dann aufs Bett und nacheinander beide Coolpacks aufs Knie. Als die beide warm geworden waren, ging ich runter und gönnte mir einen Eiskaffee im Aussencafe. Voll verdient!
Nach dem Abendessen holte ich mir dann noch Eis, denn die Coolpacks wurden in der Kürze der Zeit nicht mehr richtig kalt. Ich ging ohne Krücken zum Eis! Fand ich ehrlich gesagt, ziemlich abenteuerlich, denn im Zimmer hat es ja überall Wände, Stühle und sowas zum Festhalten, so ein Gang ist aber breit und da ist nix. Es ging aber gut, auch wenn ich humpeliger unterwegs war, als ich mir gewünscht hätte.

An der Wallbergbahn

Blick und Weg zur Kapelle

Der Tegernsee von oben

Wallberggipfel von der Kapelle aus

Auf dem steilen Weg

Am Felsaufbau war Schluß für mich

Ausblick von meinem Pausenplatz

Rückfahrt
Ich ging um 7 zum Frühstück, denn der Vormittag war dicht gepackt mit Terminen. Ich war auch schnell fertig mit dem Frühstück (trotz vollem Programm: Obstsalat mit Joghurt, eine Semmel mit Wurst/Käse und Frischkäse/Marmelade auf je einer Seite, Orangensaft und viel Kaffee) und traf keine der anderen Tischdamen. Vor dem ersten Termin sauste ich noch ins Zimmer hoch, um meine Teekanne abzustellen und das Badezeug mitzunehmen.
Um 8 war Wassergymnastik mit einer sehr großen Gruppe. Sehr effektiv und sehr nett. Jede Übung endete mit “Und jetzt das Ganze nochmal mit geschlossen Augen!”, was ein ganz neues Schwierigkeitslevel darstellt. Besonders wenn man mit speziellen Schrittfolgen das Becken queren soll. Faszinierend war übrigens, dass mein Beinschlag derzeit keinen Effekt hat. Ich hatte ein Schwimmbrett und wollte daran ein Stück paddeln, aber ich strampelte total auf der Stelle. Seltsam!
Ich war diesmal in Normalkleidung runter gegangen und hatte mich umgezogen statt im Bademantel direkt aus dem Zimmer zu kommen. Nach der Wasssergymnastik zog ich mich wieder um und sauste ins Bewegungscenter um mein Training durchzuziehen. Ganz kurz versuchte ich 10 Löcher auf dem Rad, also die volle Kurbellänge, aber das war nichts. Ich ging zurück auf 9 Löcher, nahm dafür aber 60 Watt.
Ich war mit meinem Knie-Training gerade rechtzeitig zur Gehschule fertig. Die war wieder fordernd, wie üblich. Ich versuchte, wo möglich die Krücken nur mitzuführen, aber nicht zu verwenden. Das ging vorwärts schon ganz gut, rückwärts und seitwärts aber gar nicht. Am Ende spielten wir ‘Fussball’ mit kleinen gefüllten Stoffsäckchen. Kicken ist auch noch nicht so meins.
Danach radelte ich nochmal 10 Minuten und ging dann hoch, um laaaang zu duschen und ein Coolpack aufs Bein zu legen.
Beim Mittagessen machte ich mit Nadine aus, dass wir uns um 2 treffen würden, um zum Edeka zu gehen. Ein richtiger Ausflug! Nadine ging sich ausruhen (stressiger Vormittag) und ich ass gemütlich fertig. Noch während ich am Tisch sass, wuchs die Menge der Leute, die später zum Edeka gehen würden, deutlich an ;-)
Wir trafen uns im Aussencafe und diskutierten eine Weile, ob wir den nahegelegenen (etwa 900 Meter) oder den weiter entfernten Edeka (etwa 2,5 Kilometer) nehmen sollten. Ich war nicht sicher, ob ich den weiten Weg schaffen würde (man muss ja auch wieder zurück) und zwei der Herren verweigerten den weiten Weg komplett. Damit war klar, dass wir zum nahegelegenen Edeka gehen würden. Das ist eh der schönere Weg, weil man am Söllbach laufen kann.
Meine Motivation war nur, Kaugummi und Haarspülung zu kaufen und halt einen Spaziergang zu machen (Kirschen und runtergesetzte Schokolade liefen mir allerdings auch über den Weg). Die Gruppe aber kaufte für eine Strandparty ein: Chips, Würstchen, Käsewürfel, Zeugs. Bier war schon besorgt worden. Ich wurde auf dem Rückweg auch eingeladen.
Zurück in der Klinik waren fast alle kaputt. Gut 2 Kilometer laufen ist kein Zuckerschlecken, wenn man nichts mehr gewohnt ist. Wir setzten uns noch gemeinsam ins Aussencafe und ich trank - es wird niemanden wundern - einen Eiskaffee. Dann war aber echt wieder Zeit, das Bein hochzulegen und zu kühlen. Ich verabschiedete mich.
Nach dem Abendessen holte ich mir noch eine Jacke und ging dann runter an den See, wo die Herrschaften schon 3 Bänke zu einem U zusammengestellt hatten. Ein Kasten Bier und Radler stand im See und in die Mitte des Us waren all die Fressalien ausgekippt worden. Ich bekam ein Radler spendiert und bediente mich an Radieschen und Kirschen. Es war nett, aber ziemlich kühl da unten. Um 9 verabschiedete ich mich.
Nachtrag:
Als wir so gemütlich beisammen sassen, ganz und gar nicht leise, schwamm ein Biber vorbei. Grad mal 10 Meter entfernt!

Unerschrockener Enterich bei der Mittagspause am See

Ein Biber schwimmt vorbei