Samstag war eher solala, aber der Sonntag sollte schön werden. Weil die Sache mit den Skitouren mangels Schnee immer schwieriger wird (es sei denn, man kann weit rauf und/oder in schwieriges Gelände), gingen wir wieder zu Fuß. Wenn Sonne und zu Fuß dann Südseite, aber nicht allzuviele Höhenmeter, da ist dann nicht allzuviel Auswahl. Wir fuhren nach Rauth und stellten den Kangoo bei -7 Grad (Brrrr!) auf dem total vereisten Parkplatz ab.
Beim Losgehen war es noch fröstelig, aber mit der Bewegung und der Sonne wurde es schnell wärmer. Ich nahm bald Stöcke, denn es hatte gefrorene Stellen, über die ich mich ohne nur schwer drüber traute. Am Hüttchen, wo der Berg frei wird, machten wir eine Teepause in der Sonne. Es war wunderbar warm :-)
Ziemlich genau da (naja, kurz davor) fing dann wirklich Schnee an. Man geht ab dem Hüttchen auf einem kleinen Rücken den Berg hoch und es hatte nur einzelne Tritte, keine durchgehende Spur. Links schien Sonne in den Schnee, rechts war Schatten und da brach man immer wieder mal durch. Insgesamt ist es da recht steil und das war dann schon ganz schön anstrengend zu gehen und da nahm auch der beste Allgäuer von Allen Stöcke.
Nachdem man die oberen Hüttchen erreicht hat, geht der Sommerweg eigentlich nach links raus und folgt dann dem Rücken zum Gipfel. Der Winterweg - oder zumindest die Spuren - gingen aber direkt über eine flache Rippe hinauf. Und das war auch gut so, denn auf dem Sommerweg hatte es viel eingewehten Schnee und Gleitschnee-Mäuler.
Der direkte Weg führte schnell hinauf, war aber, weil steil, ordentlich anstrengend. Das Knie machte das alles wunderbar mit, so lange die Stufen nicht allzu hoch wurden. Aber das hat man im Schnee ja einigermaßen im Griff.
Am Gipfel waren viiiiele Leute, fast alle mit Skiern, ein paar mit Schneeschuhen und nur wenige zu Fuß und alle bis auf uns und 3 andere waren über die Skitourenroute aufgestiegen. Wir machten nur kurz eine Pause (es wehte ein kühler Wind) und stiegen dann wieder ab, über die Rippe, bis zu den Hüttchen, wo sich dann eine grasige trockene warme Stelle in der Sonne fand, wo wir ausgiebig rasten konnten :-)
Der Abstieg bis dort war ganz gut gegangen, gelegentliches Einbrechen (nicht allzu tief) eingeschlossen. Der Weiterweg zum unteren Hüttchen dagegen war dann total stressig. Der Schnee lag im Schatten und war vergleichsweise tief und man brach bei jedem zweiten Schritt ein. Und dann gleich ordentlich tief. Wenn das linke Bein einbrach, konnte ich gelegentlich das rechte Bein nicht weit genug beugen, um den Fuß nach vorn zu bringen und auf das Knie drauf knien geht auch noch nicht. Das war manches Mal schon sehr blöd. Ich war froh, als wir den Teil hinter uns hatten!
Danach war der Schnee nahezu weg und es hatte nur noch ein paar eisige Stellen auf dem Weg, nicht weiter problematisch. Das Bein war aber inzwischen schon sehr gestresst und motzte unleidig herum. Mich beschlich im Abstieg der Gedanke, dass das vielleicht wieder ein Fall von ‘Übertreibung’ werden könnte und war sehr froh, als wir unten beim Auto ankamen (im Nachhinein: Nein, keine Übertreibung :-)).

Start in Rauth. Es ist kalt.

Im Wald hat es eisige Stellen

Auf dem Weg zum ersten Hüttchen

Anstieg zu den anderen Hüttchen - mühsam ;-)

der Weitweg zum Gipfel (Mitte rechts)

Steil, anstrengend, aber ganz gut zu gehen

Am Gipfel ist es echt voll

Wir gehen wieder. Abstieg ganz oben.

Abstieg.

Pause gibt es bei den 3 Hüttchen :-)

Unten ist schon Schatten drin

Auf den letzten Metern
... sowas von, das überraschte mich am Ende selber.
Der Tag begann damit, dass ich nach dem Frühstück mein kleines Schlafzimmer mehr oder weniger ausräumte - zumindest den Teil vor dem Fenster, wo mein Bett steht. Das Zimmer ist exakt 2 Meter breit und mein Bett steht quer vor dem Fenster (wegen frischer Luft um die Nase und so), davor steht auf der einen Seite ein Nachkästl und ein Schrank und auf der anderen Seite auch ein Schrank. Das Bett ist also richtiggehend eingebaut. Und nun sollten da Handwerker kommen, um die Fenster einzustellen und die brauchten natürlich Zugang zum Fenster.
Es war ein ordentliches Stück Arbeit, aber am Ende hatte ich den Zugang zum Fenster geschaffen (und das erste Mal seit Einzug 2007 dort gesaugt). Die Handwerker kamen erfreulicherweise schon um halb 9, so dass ich den restlichen Tag quasi ‘frei’ hatte.
Ich hatte Heimarbeit ausgemacht, weil ich ja nicht gewusst hatte, wann die Fenster-Einsteller bei mir aufschlagen würden. Und wo ich dann schon mal daheim war, warf ich zwischendurch Wäsche in die Maschinen im Keller und brachte beim Gang zur Apotheke haufenweise Zeug zur Wertstoffinsel. Und ich arbeitete natürlich. Wobei ich sagen muss, das 2-wöchentliche Abteilungsmeeting ist als Telko schon ein rechtes Durcheinander, dem schwer zu folgen ist. Da ist es wirklich besser, tatsächlich ‘da’ zu sein.
Neben weiterem Java-Lernen bastelte ich aus den Rohdaten endlich mal einen Lebenslauf. Das dauerte um einiges länger als ich gedacht hatte, denn die eigentlichen Lebenslauf-Daten hatte ich ja schon längst mal aufgesammelt. Aber da gibt es so viele Regeln zu beachten, was da rein soll, man muss Aussagen über sich selbst formulieren, was mir unglaublich schwer fiel und der soll ja auch nach was aussehen, der Lebenslauf.
Für Letzteres schaute ich mir allerlei Vorlagen an und lud auch ein paar runter. Word-Dokumente, die aber so katastrophal formatiert waren (haufenweise Tabulatoren und Leerzeichen statt Einzügen, x-Mal extra formatierte Absätze statt vernünftigen Formatvorlagen, lauter fürchterliches Zeug, das dem Ersteller eigentlich um die Ohren gehauen gehört), dass ich 2 der best-aussehenden erst mal nachbauen musste. Lebensläufe verschickt man als PDF, da sieht also am Ende niemand, ob was Vernünftiges oder was Schreckliches dahinter steckt, aber sowas geht mir total gegen den Strich.
Dann hatte ich echt Mühe, mich auf 2 Seiten zu beschränken. Prinzipiell arbeite ich ja seit Arbeitsanfang in derselben Firma (auch wenn sich der Name und die Zusammensetzung und die Abteilungen zwischendrin geändert haben), aber wenn jemand sehen soll, was ich gemacht habe, muss das aufgeschlüsselt werden. Am Ende kamen trotz harter Kürzungen doch 2 1/2 Seiten zusammen. Immerhin heisst es auf den einschlägigen Seiten, dass das bei Arbeitnehmern über 50 grad noch so akzeptabel sei. Tja.
Mein Chef hat angeboten, sich die Lebensläufe seiner Leute mal kritisch anzuschauen und ich bin gespannt, was er dann dazu sagt.
Der Grund für den LL ist übrigens, dass unter den vielen Headhunter-Angeboten auf den einschlägigen Profilseiten ein interessantes für ‘in der Nähe von Kempten’ dabei war. Ich überlege, ob ich da tatsächlich einen Lebenslauf hinschicken soll, denn es ist ja noch viiiiiel zu früh. Aber wenn das demnächst wieder vorkommt, möchte ich einen parat haben. Dass man einen LL nicht in ein paar Minuten zusammenklöppeln kann, hab ich jetzt ja mal gesehen ...
Bis ich mit allem, Lernen, Lebenslauf, Test-Programmieren, fertig war, war es dann - schuppdiwupp - schon 18:00h und ich hatte Hunger. Und nach dem Einkaufen hatte ich dann weder Lust auf Sport noch auf Kino. Auch egal. Ich machte einfach weiter das, was ich eh schon machte.
Den Donnerstag versuchte ich wieder ohne Ibu zu schaffen und das ging auch sehr gut, so lange ich mich nicht allzu viel bewegte. Aber nach dem Einkaufen - ist nicht weit, aber ich ging zu Fuß - tat das Bein dann unspezifisch weh. Quasi überall. Und es war empfindlich wie Teufel. So ist das noch nix.
Die Nacht war nicht so gut mit mehrfachem Aufwachen (wieder kein Abend-Ibu), aber richtig schlecht war sie auch nicht. Auswirkungen des Trainings und vielleicht auch der Therapie vermute ich. Nach dem Frühstück nahm ich wieder ein Ibu, denn Mittwochs ist Klettern und das ist immer stressig für’s Bein. Ja, das ist ein bisserl Feigheit, aber ich hab es so satt, dass das Knie schmerzt ...
Den Tag über beschäftigte ich mich abwechselnd mit meinem ursprünglichen Lern-Projekt, nämlich endlich mal richtig Java zu lernen (eine Idee für ein Programmier-Projekt habe ich auch, aber ich brauche endlich mal Grundlagen) und damit, das Ultrabook (das nicht-mehr-so-neue Notebook) einzurichten.
Dann fuhr ich zur Kletterhalle und diesmal tauchte auch der R. auf :-) Ich fing nach der langen Pause bedächtig an, also mit eher leichten Routen. Das Knie machte auch relativ gut mit (ich kann es inzwischen recht gut beugen, aber Last drauf ist noch nicht so gut), aber meine Handhaut machte schlapp. Nach 4 Routen konnte ich nichts mehr anfassen und musste die 5. Route aufgeben.
Zum Abschluß-Ratsch gab es einen Rocklands Burger, dann fuhr ich erstaunlich staufrei heim und schaute da noch eine Folge Taboo. Ich glaube das ist bald aus, das ist echt schade.
Der letzte Urlaubstag (eigentlich ja ‘nur’ ein Feiertag, aber am Ende vom Urlaub fühlt sich der halt auch an wie Urlaub) sollte nochmal schön werden. Der Beste Allgäuer von Allen hatte meinen eigentlichen Plan eher ungut gefunden, weil das Bein ja noch arg reaktionsschwach ist und wir hatten uns deswegen für ein näheres Ziel entschieden, wo dann auch beim Rückweg kein Stau zu erwarten war.
Wir parkten in Gunzesried und hatschten erst mal die Straße entlang. Aktuell braucht man ja dichte Stiefel mit guter Sohle, aber das macht mich anfangs immer total fertig. Mein linker Fuß bekommt beim Straßen-Hatschen immer fürchterliche Krämpfe unter dem Spann, so dass ich anfangs nur humpeln kann. Links schmerzt der Fuß, rechts das Knie. Wobei, an diesem Tag tat mir eigentlich nur der Fuß wirklich weh.
Als wir dann auf den Wald-und-Wiesen-Pfad abbogen gab sich das erfreulicherweise schnell. Unten war es teil gefroren, teils (wo die Sonne schon drin war) matschig, wie immer. Der Schnee begann weiter oben als beim letzten Mal hier, wurde dann aber schnell genauso hoch. Inzwischen hatte sich ein recht guter Weg im Schnee gebildet und der lief sich gut (diesmal brauchte ich keine Stöcke beim Aufstieg).
An der Alpe Vordere Krumbach machen wir auf dem Bänkle eine lange gemütliche und wirklich warme Pause in der Sonne und gingen dann weiter. Am Sattel wandten wir uns nach links und stapften - nun leider im Wald, wo es bald kühl wurde - die vergleichsweise wenig begangene Spur hinauf. Ich ging weiterhin ohne Stöcke und das ging gut (naja, abgesehen von dem Mini-Abstieg vor der Querung).
In der Querung zum Gipfelaufbau wurde die Spur dann deutlich schmaler - einzelne Tritte statt durchgehender Spur. Und es wurde kalt, denn wir kamen in den Schatten. Ich zog erst mal Handschuhe an, um in den Schnee greifen zu können, denn noch fühlte sich das Gehen ohne Stöcke gut an. Die Handschuhe waren dann auch hilfreich, denn den einen oder anderen hohen Tritt schaffte ich dann mit Rechts doch nicht gut. Und der steile Anstieg zur Leiter, wo es ziemlich hohe Stufen hatte, war echt anstrengend!
Wir waren nicht ganz allein, aber mit insgesamt 3 Leuten (und einem Kleinkind) am Gipfel und unterwegs war wirklich nicht viel los. Leider wehte oben ein kalter Wind, gegen den auch die Sonne nicht viel ausrichten konnte. Wir blieben nicht allzu lang.
Für den Abstieg wollte ich gern auf der Südseite runter. Einerseits, weil das dann eine Runde ergab und ich mag Runden und andererseits, weil mir vor dem steilen Abstieg unter der Leiter graute. Die hohen Stufen! Der beste Allgäuer von Allen wäre lieber auf der bekannten Seite runter gegangen, liess sich dann aber doch überzeugen.
Für den Abstieg nahm ich dann natürlich Stöcke. Es hatte nur wenige Spuren, deswegen liefen wir im fast unberührtem Schnee, das ging trotz gelegentlichem Durchbrechen recht gut. Der Schnee war nicht sehr hoch. Wir folgten dem Sommerweg und mussten deswegen die kleine Felswand queren, was ein bisserl blöd war. Oben nach links queren und dann die steile Rinne runter laufen, wäre besser gewesen. Nach der Alpe geht es nach links und man kommt bald in Wald. Kurz vorher war es windstill und wir fanden eine sonnige Mulde, in der wir beinahe bequem nochmal Pause machen konnten. Im Schnee allerdings, deswegen wurde es dann doch irgendwann kühl von unten.
Der Abstieg führt dann erst auf einem schmalen Weg durch den Wald und dann auf der kurvigen Forststraße zurück zum Aufstiegsweg. Die Forststraße war relativ ungut zu gehen, weil es viele Tritte, aber keine Spur hatte und man gelegentlich einbrach. Das halte ich noch nicht gut aus. Ich versuchte genau in den Spuren des besten Allgäuers zu gehen, aber der macht größere Schritte als ich, das war gelegentlich auch schwierig. Irgendwas ist immer.
Als wir die Straße erreichten, machten wir am letzten Bänkle in der Sonne noch mal Pause und stiegen dann zum Auto ab. Das war am Ende dann relativ stressig für das Knie, aber es hatte keine weiteren Folgen :-)
Feine Tour und so langsam geht echt was :-)

Anfangs noch totales Herbstfeeling ...

... aber bald fängt der Schnee an ...

.. und dann sieht es doch nach Winter aus

Wo man einbrechen kann, laufe ich vorsichtig ;-)

Der Gipfelaufbau

Der Anstieg zur Leiter ist steil ...

... und entsprechend schwierig

Gipfelpause mit Dohle

Verfroren am Kreuz mit Illertal

Abstieg mit wenigen Spuren ...

... aber einem netten fast warmen Sonnenplätzchen

Abstieg zur Forststraße

Abendsonne
Gute Nacht, auch ohne Ibu, ich wachte nur 2 Mal auf. Dem Knie ging es auch recht gut, aber nach dem Frühstück nahm ich doch wieder eines. Wegen Feigheit und aus ‘Notwehr’ quasi, denn am frühen Nachmittag sollte es mit Therapie weitergehen. Ich erwartete, dass das wieder schmerzhaft sein würde. Ich steckte auch Sportzeug ein.
Den Vormittag im Büro verbrachte ich mit der Installation des nicht-mehr-so-neuen Notebooks. Das zog sich etwas hin, weil ich natürlich erst mal vergaß verschiedene Dinge im Bios und für die Firmen-Selbst-Installation einzustellen (neues Bios, neues Mainboard, neue Serienummer, neue IP, das musste alles erst mal wieder bekannt gemacht werden), aber dann lief das problemlos durch. Es dauerte zwar sehr lang, aber als ich vom Mittagessen kam, stand da das dicke grüne OK. Na also!
Am frühen Nachmittag dann das erste Mal wieder Therapie. Ich erzählte vom Radl-Unfall und dass es dem Knie inzwischen fast prächtig geht und die C. stimmte zu: sehr locker, sehr beweglich. Natürlich tat die Therapie trotzdem weh. Aber nicht immer, nur immer wieder. Die C. übt inzwischen nicht nur Streckung und Beugung direkt mit mir, sondern auch schiefe und schräge Belastungen. Irgendwann trifft sie immer was, wo ich entweder Luft anhalten oder hart einatmen muss ...
Am späten Nachmittag sah ich dann endlich Jumanji: The Next Level. Feiner Film mit viel Action und Klamauk und mal wieder Danny DeVito, großartig grantig und giftzwergig. Und sonst natürlich die üblichen Leute, allen voran Dwayne Johnson. Ich hatte echt viel Spaß :-)
Danach ging es Knie gut und ich fand einfach keine Entschuldigung, um nicht ins Fitnesscenter zu gehen (ich hatte wirklich arg wenig Lust drauf). Wie erwartet es es proppenvoll, aber ich fand direkt einen Crosstrainer (25 Minuten, einigermaßen schnell sogar) und kam auch an die Maschinen, die ich haben wollte. Das war vor allem die Beinpresse und so langsam geht da was, sowohl beid-beinig als auch mit dem rechten Bein allein. Mit dem rechten Bein schaffe ich 15 Kilo mit noch relativ mäßigem Weg, aber das ist ein Anfang.
Daheim gab es dann Kaffee und etwas zu essen und später SAN-Telko, wo ich mich breitschlagen liess, eine Sammel-Aufgabe zu übernehmen. Nicht direkt was ich gern mache, aber irgendwer muss ja und bislang bin ich da recht bequem dran vorbei gekommen ...
Das Wochenende war erst regenerisch und gemütlich (Samstag. Wobei allerdings der Beste Allgäuer von Allen den Samstag eher als Arbeitstag einstufen würde.) und dann wunderschön und anstrengend (Sonntag. Eine relativ selten begangene Südseiten-zu-Fuss-Tour.).
Wegen der anstrengenden Tour hatte ich eigentlich erwartet, Montag Morgen mit einem recht dicken Knie aufzuwachen (genau genommen, hatte ich beim Abstieg am Ende befürchtet, dass die Tour eine Übertreibung gewesen sei), aber da war alles relativ OK. Das Knie war etwas geschwollen und etwas unwillig, schmerzte aber nicht sehr. Der Muskelkater im linken Bein war schlimmer ;-)
Der Tag begann mit einem sehr gemütlichen Frühstück und dann einem Besuch beim Ortho-Doc. Der war erfreut über meinen Bericht zum Radl-Unfall (Nach knapp 2 Wochen war eigentlich alles wieder OK.) und meinte dann ‘Jedes Knie ist anders und wenn es nötig ist, ist es halt nötig.’, als ich davon berichtete, ohne Ibu einfach noch nicht klar zu kommen. Wobei, glaube ich, kaum jemandem wirklich klar ist, was ich alles so mache.
Na egal, ich bekam ein Rezept für Ibuprofen und nochmal eins für Krankengymnastik. Die Sache mit dem Ibu finde ich so langsam etwas stressig. Es ist das eine über Jahre hinweg bei Bedarf mal hier, mal da eine oder 2 Wochen Schmerzmittel zu nehmen (da war’s Voltaren), aber dass ich jetzt seit Mai quasi permanent Ibuprofen nehme, das finde ich schon ein wenig beunruhigend, zumal ich gerade bei Frau Nessy einen Apotheker-Artikel über Ibu gefunden habe.
Aber wenn ich es weg lasse, habe ich Schmerzen und das führt natürlich dazu, dass dann gar nichts mehr geht. Nicht mal schmerzfrei laufen. Und ich muss mich bewegen und Sport machen. Ich werde das Weglassen immer wieder mal versuchen müssen.
Im Büro kam am frühen Nachmittag wie ausgemacht der Techniker und tauschte beim nicht-mehr-so-neuen Notebook das Mainboard aus. Für einen Installations-Version hatte ich danach keine Zeit mehr, das musste bis zum nächsten Tag warten. Ich harre mal wieder gespannt der Dinge!
Im Cinema sah ich dann Knives Out und das war großartig und wunderbar unterhaltsam. Lauter tolle Schauspieler in einem Agatha-Christie-mäßigem Mordfall-Setting in einer nahezu bizarr überzeichneten Familie und einem schön knarzigen Ermittler mit (für mich jedenfalls) allerlei überraschenden Wendungen. Ich brauchte allerdings bis zum Abspann, um Christopher Plummer und Don Johnson zu erkennen. Sehr sehenswert :-)
Danach radelte ich heim, machte mir was Warmes zu Essen (keine dicken Socken anzuziehen war nicht die beste Idee, mit kalten Füssen friere ich), las Internet und schaute noch eine Folge Taboo. Ich ging früh schlafen, ohne Abend-Ibu.
An den beiden Tagen Ruhe mit Niederschlag hatte ich ständig nach den Webcams allüberall geschaut, um die Schneelage zu checken. Es hatte fast überall ordentlich geregnet, aber im Tannheimer Tal hatte es nach Schnee ausgesehen. Teilweise jedenfalls. Ich wollte nochmal mit Skiern raus. Und weil es dem Knie die letzten Tage so gut gegangen war, auch ohne Ibu, beschloß ich den Tag ohne Drogen zu versuchen.
Auf dem Weg nach Grän stellten wir dann fest, dass es viel weniger geschneit hatte, als wir gehofft hatten. Dafür wurde das Wetter viel schneller besser als die Vorhersage versprochen hatte.
In Grän war es eiskalt und alles war eisig. Wir eierten staksig mit den Skistiefeln zum Anfang des Sommerweges und bedauerten, keine Harscheisen mitgenommen zu haben. Aber der Anfang vom Sommerweg war zwar eisig und hart, aber es hatte eine dünne Graupel-Auflage, auf der man ganz gut gehen konnte. Im Wald war der Schnee dann wie befürchtet erst mal weg und wir mussten die Ski tragen.
Glücklicherweise war die Tragestrecke noch immer nicht sehr lang und je höher wir kamen, umso mehr Schnee, auch Neuschnee, hatte es. Der Schnee war allerdings etwas seltsam: da wo er kompakt war, war es sehr glatt. Und unter dem neuen Schnee hatte es den alten Schnee, der teilweise sehr nass gewesen war und nun eishart zusammen gefroren war. Das machte das Laufen etwas anspruchsvoll.
Der beste Allgäuer von Allen rutschte dann auch bei der Abfahrt von dem kleinen Hügel vor den Forststraßen auf Eis aus. Ich bekam das gar nicht mit, weil ich so mit mir selber beschäftigt war, um da unbeschadet runter zu kommen. Denn kein Ibu zu nehmen, war nicht die beste Idee gewesen. Das Knie war sehr empfindlich und ich traute ihm nicht so recht.
Ich kam den Hügel gut runter, aber ich wollte danach doch lieber die Kurven der Forststraße laufen statt den Sommerweg zu nehmen. Denn der ist steil und eng und der Schnee war so komisch und ich hatte Bedenken auszurutschen. Nur die letzte Kurve der Forststraße kürzten wir ab, weil da schön viel Platz im Wald war.
An der Alpe Gessenwang war es sonnig und warm ... und voll. Wir gingen ein paar Meter weiter und setzten uns vor einen Baum in die Sonne mit Blick auf die Spur. Angesichts der Schnee- und Wetterlage war es nicht verwunderlich, dass alle, die auf eine Skitour wollten, hier waren (wir ja auch), aber die Menge der Menschen war schon beeindruckend!
Wir gingen wieder bis zum Gamskopf, wo es - im krassen Gegensatz zu weiter unten - leichten Wind hatte und wirklich empfindlich kalt war. Wir blieben nicht allzu lang und fuhren dann auf der Piste ab. Die Piste hatte schon arg gelitten, besonders in der Mitte, wo es einen kurzen südseiten Abschnitt hat. Da gab es haufenweise blanke Flecken.
Die Abfahrt war ... anstrengend. Kein Ibuprofen haut mehr rein, als man sich mit Ibu vorstellen kann. Das Bein war stabil, ich konnte es belasten und das Knie machte alles mit. Aber halt nicht klaglos. Jede Belastung, die ein wenig aus der Beinachse heraus erfolgte, stach ein wenig. Nie schlimm, aber konstant, mal mehr, mal weniger. Und plötzlich fühlte ich mich schon nicht mehr so gesund. ‘Ein Jahr mindestens’, hiess es. Ist wohl so.
Trotzdem war das eine wunderschöne Tour bei großartigem Wetter. Und zur Standort-Bestimmung der Heilung (das wird noch dauern) war das auch ganz gut.

Wie die letzten Male: Start in Grän

Im Wald fehlt schon ordentlich Schnee

Es sieht schön winterlich aus

In der Querung

Pisten-Anstieg

Man beachte: das rechte Bein ist fast gestreckt :-)

Gipfel :-)

Sehr winterliche Aussicht :-)

Abfahrt, geht auch ohne Ibu lässig

Die Piste hat schon arg gelitten
Weil es dem Knie die letzten Tage echt gut gegangen war und ich mit nur einem Ibu ganz gut zurecht gekommen war, hatte ich Mittwoch keines mehr genommen. Die Nacht war dann auch etwas schlechter. Ich wollte aber testen, ob ich inzwischen wenigstens im Alltag ohne auskomme und nahm in der Früh keines.
Morgens ölte ich erst mal das Rocky gründlich und radelte dann ins Büro. Im Vergleich zu Mittwoch war es richtig warm in der Früh, +3 Grad. Ich verzichtete auf den Pulli unter der Jacke und radelte nur mit T-Shirt los. Das war erst etwas fröstelig, dann total prima.
Am Vormittag kam der Techniker und tauschte die SSD des nicht-mehr-so-neuen Notebooks aus. Ich startete die Installation und konnte kurz vor Mittag der Service-Firma melden, dass das Notebook erneut eingefroren war. Yay! Man wird nun ein neues Motherboard bestellen und das demnächst tauschen. Ich wette, ein Komplett-Austausch direkt wäre günstiger gekommen ...
Am Nachmittag radelte ich ins Cinema and sah Star Wars: Episode IX – The Rise of Skywalker. Ohne 3D, weil das terminlich günstiger lag. Joah, kann man gucken, aber übermäßig begeistert bin ich nicht. Da sind doch ein paar Längen drin und dass ich gerade ein Hörbuch im Ohr habe, in dem man sich sehr auch mit den physikalischen Gegebenheiten im All und auf Planeten, Monden und Asterioden befasst, tat dem Film auch nicht gut. Und ja, ich weiss schon, dass ist Star Wars, nicht Star Trek. War aber trotzdem ganz unterhaltsam. Und lang.
Danach, so war der Plan gewesen, hatte ich ins Fitnesscenter gehen wollen. Das Knie hatte den Tag mit ohne Ibu aber immer kritischer bemängelt und am Ende tat mir das Knie sogar im Kino beim Rumsitzen weh. Ich nehme an, das war der Zeitpunkt, wo dann auch der allerletzte Rest Ibu aus meinem System verschwunden war.
Ich verzichtete deswegen doch lieber auf Training (mal schauen wie lang es ohne Drogen geht) und radelte heim. Es war eh schon relativ spät. Radeln ging übrigens auch ohne Ibu ganz gut, Laufen dagegen nicht so sehr.
Daheim schaute ich eine Folge Taboo und schaute dann in meine Tourenliste-Programmierung. Da blieb ich dann sehr lang hängen und verbesserte auch das. Also, ich fing damit an, da ist noch einiges zu tun. Ich kam arg spät ins Bett ...
Es sollte nochmal ein strahlender Tag werden und ich wollte auf einen Berg. Einen richtigen Berg, Mit Höhenmetern (OK, moderaten Höhenmetern) und so Zeug. Wir fuhren am Oberjoch vorbei (staufrei, es waren schon alle auf den Pisten) und parkten in Tannheim.
Unten war es eiskalt und eisig (auf dem Parkplatz). Wir packten und gut ein und marschierten nach Berg. Danach kamen wir nach wenigen Metern in die Sonne und es wurde warm. Ich legte bald die Jacke ab und kurz drauf auch den Pulli. Im T-Shirt war es genau richtig :-)
Der Weg zum Einstein war teilweise vom Vortag getaut und nun gefroren und teilweise platt getretener Pulverschnee. Der beste Allgäuer von Allen nahm bald Grödel, um nicht zu rutschen, ich zog es vor, um das Eis herum zu gehen, weil ich mit Grödeln noch echt schwer gehen kann (da muss man die Füsse ordentlich heben). Auf halbem Weg in der steilen Rinne nahm ich dann aber auch Grödel, weil mir die Gefahr auszurutschen dann doch zu groß wurde. Das machte den Anstieg dann gleich um einiges anstrengender. Aber sicherer, ehklar.
Am Gipfel machten wir eine lange Pause mit viel Aussicht und vielen anderen Leuten und stiegen dann wieder ab. Im Abstieg waren die Grödel natürlich super.
In etwa der Mitte des Abstiegs nutzten wir ein sonniges windstilles Plätzchen an einem Baum zu einer weiteren Pause und stiegen dann weiter ins Tal ab. So lang wir in der Sonne waren, war es angenehm, unten im Tal im Schatten wurde es fast schlagartig eiskalt. Der Parkplatz war auch nicht im Geringsten aufgetaut.
Das ging erstaunlich gut und das Knie hatte die knapp 800 Höhenmter fast klaglos geschluckt (wobei natürlich dämpfender Schnee leichter zu gehen ist als fester Untergrund). Yay!

Im Tal ist es noch sehr kalt

In der Sonne wird es gleich wärmer ...

... und bald sind T-Shirt-Temperaturen

Anstieg in der Steilrinne

Ausstieg aus der Rinne

Oben :-)

Abstieg

In der letzten Sonne

Unten ist es dann gleich wieder kalt
Silvester feierten wir mit dem Schwager, der auch bei uns übernachtete.
Es wurde relativ spät und so dauerte es an Neujahr ein Weilchen, bis wir so weit waren, den Schwager nach Sonthofen fahren zu können. Gegen Mittag stellten wir dann das Auto bei Humbach ab. Es war kalt im Schatten und der Boden war gefroren.
In der Sonne unter dem Hochspannungsmast wurde es schnell warm. Wir gingen bis zum Gipfel, wo es natürlich recht voll war und stiegen direkt wieder ab, um über den südseitigen Grat/Rücken abzusteigen. Unser Lieblingsplätzchen am Grat war sonnig, windstill und frei :-) Wir machten ausgiebig Pause und es kann gut sein, dass ich da in der Sonne im Gras (im Januar!) kurz eingenickt bin.
Der Abstieg ging insgesamt recht gut, das Knie war unten nur moderat gestresst.

Start mit Sonne

Auf der Wiese in der Mitte

Am Gipfel ist es voll

Abstieg